Band 
Erster Theil.
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Allgemeine Geschichte der Chemie.

B°yr,. kalte bei der Calcination an Gewicht zunehmen (welche schon vor ihm mehr-I,^"vn°'srf»"r»n- fach beobachtet worden war) bestätigte er; er fügte die Beobachtung hinzu,

gen. Urder dir Luft. ^ ^

daß der entstehende Kalk specifisch leichter ist, als das Metall, aus dem erentstand. Durch sinnreiche Versuche, welche wir spater zur Begründungeines neuen Zeitalters wieder hervorgebracht sehen, zeigte er, daß wenn Blei ineinem verschlossenen Raume verkalkt wird, sich das Volum der im Gefäßenthaltenen Luft vermindert; aber weniger glücklich, als in der genauen Be-obachtung aller dieser Thatsachen, war er in der Erklärung derselben. Er warweit entfernt, die bei der Verkalkung verschwindende Lust als solche zu be-trachten, welche an das Blei tritt, das Gewicht dieser verschwundenen Lustals die Gewichtsvermehrung des verkalkten Bleies anzusehen; er vernachläs-sigte vielmehr die Lustabsorption gänzlich, und schrieb die Gewichtsvermeh-rung auf Rechnung eines wägbaren Wärmestoffs, der pondcrablen Theileder Flamme, welche sich seiner Meinung nach mit dem Blei während derCalcination vereinigen.

u,b,r di, D,r- So erkannte Boyle die richtige Ursache der Verbrennungserscheinun-br>nnung. Die angeführten Beobachtungen, seine Ueberzeugung, daß Lust

zum Verbrennen aller Körper nothwendig sei, der Versuch, daß Schwefelim luftleeren Raume erhitzt sich nicht entzündet — Alles dies leitete ihn nichtzu der richtigen Erklärung des Verbrennungsprocesses. Die Gewichtsver-mehrung bei der Verkalkung betrachtete er zwar als einen Beweis gegen dieAnsicht, welche er als die zu seiner Zeit schon herrschende bespricht, daßnämlich die Metalle bei ihrer Verkalkung etwas verlieren sollen, allein erstellte dieser Hypothese keine andere richtigere gegenüber. So erkennt er eFauch nicht für ausgemacht an, daß Schwefel aus Schwefelsaure und ver-brennlichem Stoff bestehe, allein er gesteht dieser Annahme einige Wahr-scheinlichkeit zu, mindestens gerade so viel, als die, welche sich seiner Mei-nung nach auch annehmen ließe, daß nämlich in der Schwefelsäure gemeinerSchwefel als Bestandtheil enthalten sei. So sehen wir Boyle fast immernur die Unsicherheiten der Theorien seiner Zeit hervorheben, allein seltenscheinen ihm die Beobachtungen genau und zahlreich genug, um eine eigeneumfassendere Theorie darauf zu gründen: doch hat er Eine theoretische Be-trachtungsweise in die Chemie eingeführt, deren Anwendbarkeit zur Erklä-rung chemischer Erscheinungen noch immer anerkannt ist; von dieser wollenwir jetzt berichten.