136 Allgemeine Geschichte der Chemie.
erkennen; der Grund, welchen Boyle zu derartigen Untersuchungen gelegthatte, war noch zu wenig bearbeitet worden, als daß genauere Resultate er-langt werden konnten. Doch hat Hoffmann das Verdienst, als charak-terisierenden Bestandtheil aller Sauerbrunnen einen und denselben Bestand-theil, seinen Lpiritiim «»Ipliureum oder Urinciplum spil'Ituosum, erkanntzu haben; er theilte die Mineralwasser zuerst nach ihrem chemischen Gehaltin alkalische, eisenhaltige, Bitterwasser und Salzwassec; er entdeckte in demSeidlitzer Mineralwasser das Bittersalz.— Noch viele einzelne Beobachtun-gen ließen sich von ihm hier anführen; er hauptsächlich machte aus die eigen-thümlich giftigen Wirkungen des Kohlendampfs aufmerksam; für die Be-reitung des Salpeter - und Schwefeläthers gab er verbesserte Vorschriften,wie denn die Auflösung des letztem in Weingeist durch den noch gebräuch-lichen Namen liquor auockluux Hokkiuauni oder Hosfmann'scheTropfen an ihn erinnert.
Hoffmann war ein ausgezeichnet thätiger Schriftsteller, der nament-lich die medicinische Literatur mit schätzbaren Werken bereicherte; seine »per»omliis - ineckic» füllen in den verschiedenen Ausgaben 11 bis 27
Bände. Der Styl in allen seinen Schriften ist klar und bestimmt; im All-gemeinen wird strenge Consequenz —die namentlich seinen medicinischen Ar-beiten einen großen Anschein von Gründlichkeit mittheilend, diese mit demlebhaftesten Beifall aufnehmen ließ — an ihm anerkannt; daß in seinen che-mischen Erklärungen diese manchmal vermißt wird, hatten wir oben Gele-genheit wahrzunehmen. Seine Mittheilungen chemischen Inhalts sind ineiner Menge von Abhandlungen zerstreut; die wichtigsten sind in einer Samm-lung zusammengestellt, welche den Titel führt: Olixervatioriumci>)'inicLr,i,n solectloruin lilil-i III , die zuerst 1722 veröffentlicht undnachher mehrmals neu aufgelegt wurde; auch eine französische Uebersetzungderselben erschien 1754. Es finden sich darin viele chemische Beobachtun-gen, Monographien einzelner Stoffe und andere abgeschlossene Untersuchun-gen. Ueber die Mineralwasseranalyse besonders handelt sein Aletliock»« exa-minsncki acj'ias saludio«, welcher 1703 zuerst herauskam, und dem in meh-reren kleinen Schriften ^ Untersuchungen einzelner Heilquellen nachfolgten.Als Lehrbuch von Bedeutung war seinL EI>^'>nis rntionslis etI 2 I 1 S, die indeß erst nach seinem Tode (1784) publicirt wurde.
Die Bemühungen von Stahl und Hoffmann hatten offenbar viel