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IV.) Zeitalter der phlogistische» Theorie.
damals die berliner Chemiker entzweiten, hielt er sich möglichst entfernt;seiner schwächlichen Gesundheit ungeachtet, arbeitete er rastlos in den ver-schiedensten Theilen der Chemie, und von Seiten des Charakters ebensoallgemein geschätzt, als durch seine Kenntnisse und Entdeckungen berühmt,starb er 1782.
Marggraf wußte sich von der Einseitigkeit fern zu halten, welchedamals noch die meisten Chemiker befangen hielt, die ausschließlich eineraber der andern Untersuchungsweise, mit Vernachlässigung aller anderen,den Vorzug gaben. So gebührt ihm das Verdienst, der analytischen Methodeauf nassem Wege wieder die Aufmerksamkeit der Chemiker zugewendet zuhaben, und diese Benutzung der verschiedenen Hülfsmittel, welche dieGemischen Forschungen erleichtern, sicherte ihm entscheidendes Urtheil in denverschiedenen Streitfragen, die damals in unserer Wissenschaft verhandeltKurden. Nie indeß brauchte er das Ansehen, welches er genoß, um mitArroganz-seine Meinung als die allein richtige hinzustellen; im Gegentheil8>ng seine Bescheidenheit so weit, er fürchtete so sehr, der Erkenntniß derWahrheit durch nur etwas gewagte Behauptungen ein Hinderniß in denWeg zu legen, daß er oft aus seinen stets umsichtig angestellten und mitgroßer Deutlichkeit beschriebenen Versuchen Schlußfolgerungen zu ziehenAnstand nahm, welche dem unbefangenen Leser, selbst seiner Zeit, klar vorAugen zu liegen scheinen. Die folgenden Angaben über einige seinerArbeiten werden seinen Antheil an der Ausbildung unserer Wissenschaftkürdigen lassen.
Mit vorzüglichem Erfolg hat Marggraf dazu beigetragen, die chemischeEigenthümlichkeit einiger Substanzen nachzuweisen. Die Bittererde undAlaunerde waren zwar schon durch Hoffmann als eigenthümliche Sub-stanzen aufgestellt worden, allein viele Chemiker erkannten dies noch nicht"u, und in der That hatte Hoffmann keine chemischen Unterscheidungs-merkmale, sondern nur einige äußere Eigenschaften angegeben. Marggrafi'igte für die Alaunerde 1754 und für die Bittererde 1760, daß ihreReactionen von denen der Kalkerde, womit sie viele noch identisch wissenkellten, ganz verschieden sind; er gab zugleich die Mineralien an, inKelchen diese Erden in größerer Menge enthalten sind. Ebenso trug erkesentlich dazu bei, die Eigenthümlichkeit des Natrons festzustellen,
^ o p p's Geschick)!» dir Chtiiüt. I.
Marggraf