249
IV.) Zeitalter der phlvgistische» Theorie.
tischer Untersuchungen angeht, beruht unsere Kenntniß noch hauptsächlich L,rg>„<>».auf den von Bcrgm a n ihr gegebenen Grundlagen; aus den Unterschiedder innern und der äußern Löthrohrflamme machte er zuerst aufmerksam,und bildete die Anwendung der vorher schon hauptsächlich angewendeten Rea-gentien für Lothrohrversuche, Borax, Phosphorsalz und Soda, weiter aus.
Mit solchen Hülfsmitteln in der Analyse ausgestattet, mußte Berg- s-mi-mg«,man nothwendig bei seinen Untersuchungen über die Zusammensetzung wich-tige Entdeckungen machen, und in der That sehen wir aus seinen Handenauch analytische Arbeiten hervorgehen, deren Resultate noch zu un-serer Zeit beachtungswerth sind. Dahin gehören seine Versuche über denUnterschied zwischen Schmiedeeisen, Stahl und Gußeisen, eine Arbeit, dieganz im Geiste der neuern analytischen Chemie ausgeführt ist. Er prüftediese verschiedenen Arten durch Auflösen in verdünnter Schwefelsäure undMessen des entwickelten Wasserstoffgases; er fand, daß Schmiedeeisen so dasmeiste, Stahl weniger, Gußeisen am wenigsten Wasserstoffgas abgiebt; daßhingegen Schmiedeeisen am wenigsten, Stahl mehr und Gußeisen am meistenunlöslichen Rückstand laßt; er beurtheilte richtig ihre Verschiedenheit, indemer sie als Verbindungen in verschiedenen Verhältnissen aus Eisen mit Gra-phit, mit welchem auch noch oft Mangan und Kieselerde verbunden sei, an-sah. Vergnxan's Ausdrucksweise war zwar in etwas verschieden, soferner noch das Eisen als einen zusammengesetzten Bestandtheil ansah, aber dieResultate seiner Versuche reichten hin, die richtige Aufklärung zu geben, so-bald sie in eine andere theoretische Sprache übersetzt wurden. — Ebenso er-kannte er den Brcchweinstein richtig als ein Doppelsalz von Weinsteinsäure,
Kali und Antimon; das Knallgold als eine Verbindung von Goldkalk mitAmmoniak; das Bleiweiß, das bis dahin seiner Bcreitungswcise nach fürein, dem Grünspan ähnliches, essigsaures Salz gehalten worden war, alskohlensaures Blei. — In anderen Fallen täuschte er sich indeß auch, oderseine noch unsicheren Methoden leiteten ihn zur Aufstellung unrichtiger An-gaben. So hatte er die verschiedensten Eisensorten von allen Hochöfen Schwe-dens gesammelt, um durch die chemische Untersuchung die Ursachen ihrer ver-schiedenen Güte und Eigenschaften zu finden; er erkannte das Vorkommenvon Mangan in mehreren Eisensorten, allein es war ihm nicht möglich, die-sen Bestandtheil einigermaßen rein abzuscheiden, so daß er in einigen Artenvon Schmiedeeisen über ein Drittheil des Ganzen an Mangan zu findenglaubte. So hielt er auch anfangs den weißen pulverförmigen Rückstand,