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V.) Zeitalter der quantitative» Untersuchungen.
tete. ,Um auch hiervon nur die besonders wichtigen hervorzuheben, erwähne k!,big,ich vor Allem der Lehre, welche er für die Theorie der Sauren zu begründensuchte. Mit Dumas gemeinschaftlich stellte er 1837 die Anficht auf, daßes Sauren gebe, welche nicht, wie man bis dahin für alle Sauren ohneUnterschied annahm, nach gleichen Atomverhaltnissen sich mit Basen zuneutralen Salzen verbinden, sondern von denen ein Atom zu seiner Neu-tralisation mehrere Atome einer Basis nöthig hat. Die Lehre von denmehrbasischen Sauren wurde hierdurch angeregt, und von Licbig beson-ders durchzuführen gesucht, mit Zuziehung einer großen Menge eigener Beob-achtungen, welche er namentlich in der schon erwähnten Arbeit von 1838,über die Eonstitution der organischen Säuren, vorlegte. Im Zusammen-hang mit dieser Lehre von den mehrbasischen Säuren steht Liebig's An-sicht, daß der Maßstab der sauren Eigenschaft einer Säure, ob sie nämlicheine einbasische oder eine mehrbasische ist, nicht von ihrem Gehalt an Sauer-stoff, sondern von ihrem Gehalt an ersetzbarem Wasserstoff abhängig sei;daß der Wasserstoff als das acidisicirende Princip zu betrachten sei; daß alleSäuren Wasserstoffsäuren seien, und daß der Uebergang von einer Säure inein Salz nur auf der Ersetzung des acidisicirenden Wasserstoffs durch einMetall beruhe. Diese Ansicht über die Natur der Sauren, im Wesentlichenbereits von Davy (vergl. Seite 380) aufgestellt, aber bis zu Liebignur von wenigen Ehemikern wieder aufgenommen, wird von ihm haupt-sächlich vertreten, und ist durch seine Autorität zu verbreitetem Aufnahmegekommen; wenn sie gleich, sowohl in Beziehung auf das Princip, daß derWasserstoff das Acidisicirende sein soll, als auf die Anwendung, welche er inder Lehre von den mehrbasischen Säuren davon macht, von vielen undbedeutenden Ehemikern noch bestritten wird.
Von anderen theoretischen Leistungen Liebig' smuß hier noch der Ansich- And-» „>,°r,»sch-ien erwähnt werden, welche er über die Gährung und die damit verwandten Er-scheinungen aufstellte. Die Theorie für die geistige Gährung des Zuckers und fürdie Essigbildung hatte er schon früher bearbeitet; besonders vollständig entwi-ckelte er diese von 1839 an, seine Erklärungen vorzüglich auf einen bis dahinin der Chemie noch nicht beachteten, jedoch auch jetzt noch von Mehreren bestrit-tenen Satz stützend, daß nämlich chemische Action, das Eintreten von Zersetzungoder das Eingehen in eine Verbindung, für einen Körper dadurch eingeleitet wer-den kann, daß er sich mit einem andern, in Zersetzung begriffenen oder für sichschon des Eingehens in die Verbindung fähigen, Körper in Berührung befindet.
Koppe- Gischichk dir Thimi«. l. 28