Band 
Erster Theil.
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V.) Zeitalter der quantitativen Untersuchungen.

über das Verfahren, Silber auf nassem Wege zu probiren«, gab er 1833 iiheraus. Seine physiologisch-chemischen Ansichten faßte er zusammen inden Schriften: »die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikulturund Physiologie» (1840) und «die organische Chemie in ihrer Anwendungauf Physiologie und Pathologie« 1842, deren Verbreitung zahlreiche deut-sche Auflagen und Uebersetzungcn in die französische und englische Sprachebezeugen.

Wir haben die Besprechung einer der wichtigsten Leistungen Liebig's r>,,°ri,bis hierher verschoben, um an sie die Betrachtung des Folgenden anzu-knüpfen. Es ist dies der Antheil, welchen er an der Entwicklung derLehre von den organischen Radikalen hat. Zu den vorzüglichsten Verthei-digern der Ansicht gehörte er stels, daß die organischen Verbindungen alssolche betrachtet werden müssen, in welchen zusammengesetzte Stoffe sichwie einfache verhalten und mit Sauerstoff zu Oxyden, mit Wasserstoff zuWassecstoffsäuren u. s w. verbunden sind, welche Verbindungen dann nochweiter sich mit anderen, mit Wasser, mit anderen organischen Stoffen z. B.,vereinigen können den Gesetzen gemäß, nach welchen sich die Zusammen-setzung der einfacheren und complikirteren unorganischen Verbindungen regelt.

Um an die Arbeiten zu erinnern, welche vorzugsweise zur Anerkennungdieser Ansichten durch die meisten Chemiker hinführten, mögen folgendehervorgehoben werden. Liebig zahlt zu den ersten Begründern der Be-trachtungsweise, wornach der Uethec als das Oxyd eines Kohlenwasserstoffes,welcher sich wie ein elcktropositives Element verhält, anzusehen ist, und wor-nach der Alkohol das Hydrat dieses Oxyds, die verschiedenen Aetherarten diesalzartigen Verbindungen desselben sind; welche Betrachtungsweise er na-mentlich 1835 gegen die ihr von anderen Chemikern vorgezogenen, wornachAether und Alkohol als verschiedene Hydrate eines Kohlenwasserstoffs, oderauch als Oxyde ganz verschiedener Radikale anzusehen seien, vertheidigte,und welcher von dieser Zeit an die meisten Gelehrten beigetrelen sind. DieLehre von den organischen Radikalen in dieser Weise aufgefaßt, wurde vonkeinem Chemiker allgemeiner durchzuführen gesucht, als von Liebig;Dumas trat ihm 1837 bei, und erklärte mit ihm die Eigenthümlichkeitder organischen Verbindungen als nur darauf beruhend, daß in ihnen sichzerlegbare Substanzen gerade so verhalten, wie in den unorganischen die Ele-mente; Liebig indeß hat am meisten dafür gethan, in den verschiedenen