Band 
Erster Theil.
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Allgemeine Geschichte der Chemie.

W'Lhlrr't unLiebig 'sgtiiikinschafilich

Wühler.

Leben.

durch die vermehrte Reichhaltigkeit des empirisch Erkannten zu erschweren —in der geordneten Uebersicht und dem naturgemäßen theoretischen Zusam-menhang , welchen die genauen Forschungen der beiden Chemiker dafürdarkhatcn, sogleich zu den faßlicheren und befriedigenderen Partien derorganischen Chemie gehörten.

r Solche Untersuchungen machten das Zusammenwirken Liebig's und

' Wöhler's zu den fruchtbringendsten Ereignissen, deren sich die organi-sche Chemie in der letztem Zeit zu erfreuen hatte. Die Ergebnisse ihrergemeinschaftlichen Forschungen machten sie bekannt in Poggendorff'sAnnalen der Physik und Chemie, in den Göttinger gelehrten Anzeigen, inden Annalen der Chemie und Pharmacie, zu deren Herausgabe sichWähler mitLiebig von 1838 an vereinigte,», a.— Gemeinschaft-lich auch noch arbeiten sie an dem Handwörterbuch der Chemie, dessenRedaction Wöhler von 1840 an beitrat.

In dem Vorhergehenden haben wir bereits einige Arbeiten des Che-mikers kennen gelernt, der neben dem eben Besprochenen in der Gegen-wart vorzüglich eine selbststandige Richtung in den rein chemischen For-schungen vertritt, und dessen Entdeckungen uns Anlaß geben, mit der Be-. sprechung seiner Leistungen die Betrachtung der ausgezeichnetsten Repräsen-tanten der Chemie zu schließen. In denjenigen Arbeiten Wöhler's,welche er allein durchführte, macht sich dieselbe Schärfe der Untersuchung,dasselbe Bevbachtungstalent bemerkbar, wie in denen, wozu er sich mitLiebig vereinigte. Zu der Angabe von W ö hler's Verdiensten um dieChemie wenden wir uns setzt.

Friedrich Wöhler ist 1800 in dem kurhessischen Dorfe Eschers-heim, nahe bei Frankfurt a. M., geboren, wo sein Vater ein Landgut be-wirthschaftete. In dem nahegelegenen Städtchen Rödelheim, wohin die-ser bald darauf übersiedelte, erhielt Wöhler von ihm selbst und in derdortigen Schule den ersten Unterricht. Damals bereits trat seine Neigungzum Experimentiren und zum Sammeln von Naturkörpern entschieden hervor;es fand diese noch mehr Anregung, als 1812 seine Familie nach Frank-furt zog, wo er nun das Gymnasium besuchte. Die Naturwissenschaftenzogen ihn hier vorzüglich an, das Sammeln von Mineralien, das Anstellenchemischer und physikalischer Experimente beschäftigte ihn vielfach, und einen