Band 
Vierter Theil.
Seite
312
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312 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

Das sind die wichtigsten der früheren Arbeiten, durch welche die Exnstenz verschiedener Actherarten nachgewiesen wurde. Ueber die erste Dar-stellung der vielen anderen Aetherarten, mit welchen spater die Chemie be-reichert worden ist, ein Register zu geben, scheint mir weniger nöthig-Wenden wir uns jetzt zu der Betrachtung der theoretischen Ansichten, welcheman früher über die Constitution des eigentlichen Aethers und der zusam-mengesetzten Aetherarten hatte.

Die alteren Angaben über den Aether lassen kaum eine bestimmteDeutung in der Beziehung zu, ob man diese Substanz als nur aus demWeingeist entstehend oder als einen Körper betrachtet habe, in welchen et-was aus der zu seiner Darstellung angewandten Schwefelsaure mit über-gehe. Das Letztere dürfte sich aus den Bezeichnungen schließen lassen, dienian dem Aether früher beilegte (oleum viiriol! ciulce bei ValeriusCordus um 1540, Spiritus Vitriol! Älitepilepticus bei Para c elsus zuderselben Zeit), und ausLibav's Angabe (1595), das Vitriolöl, und nichtder Weingeist, werde bei der Aetherbereitung in ein süßes Oel verwandelt(vergl. Seite 301). Willis (1675) im Gegentheil scheint der Ansicht ge-wesen zu sein, der Aether sei der eigentliche brennbare (ölige oder schweflige)Bestandtheil des Weingeistes (vergl. Seite 301). Frobenius' markt-schreierische Behauptung (1730), der Aether bestehe aus dem reinsten Feuerund dem subtilsten Wasser, fand weiter keine Anhänger. Dagegen gewannbald nach dieser Zeit die Ansicht vielfache Zustimmung, der gewöhnlicheAether sei eine Verbindung des Weingeistes oder eines Bestandtheils dessel-ben mit Schwefelsaure, ähnlich wie die Verbindungen, welche man schonfrüher, wenn auch nicht im reinen Zustande, als versüßte Salzsäure oderSalpetersäure darstellen gelernt hakte.

Schon Basilius Valentinus im 15. Jahrhundert hatte die ver-süßte Salpeter- und Salzsäure als Verbindungen dieser Säuren mit Wein-geist bezeichnet (vergl. Seite 307 und 309). Im 17. Jahrhundert bestandfür diese Präparate die alte Ansicht noch unverändert; N. Lemery sagt inseinem Cours 3e cli^mie (1675) von der Versüßung der Salzsäure:(^usnii ou liulciiie cet esprit (3u sei), on le mele svec lie I'espril,!e vin gui etsnt un soullre, emiisrosse les poiutes 3e I'aciile ot re-tieut uue Partie äe leur mouvemeut; und von der Versüßung der Sal-