Band 
Vierter Theil.
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Organische Säuren.

schaffen können). Wray's Beobachtungen wurden bestätigt durch Urbar» Am,Hiärne, dessen ^ct» et tentamins cstymlcz in ladorstorio Holmieiwikarget-, (1712) eine Abhandlung über diesen Gegenstand enthalten; Hiarner°igte den sauren Charakter der durch Destillation der Ameisen zu erhaltendenFlüssigkeit auch dadurch, daß sie aus Schwefelleber Schwefel niederschlage.

^uch Homberg sagt in einer Abhandlung über die Saure im Blut undden übrigen Theilen der Thiere (in den Pariser Memoiren für 1712),

Eein Thier gebe bei der Destillation so viel Saure, als die Ameisen; er habebei der Destillation eine so starke Saure erhalten, daß sie wie Weinessiggeschmeckt habe. Marggraf veröffentlichte eine Untersuchung der Amei-sensäure in den Schriften der Berliner Akademie für 1749; er ermittelte,baß sie salpetersaures Silber, Blei oder Quecksilber und salzsauren Kalk"icht falle, und also weder Vitriol- noch Salzsäure sein könne; den Sil-berkalk löse sie auf, mit Quecksilberkalk digerirt reducire sie diesen. Ver-schiedene ameisensaure Salze stellte er dar, und schloß, diese Saure sei derEssigsaure zwar sehr ähnlich, aber doch in manchen Stücken davon verschie-ben. Die Ameisensaure wurde nun meist als eine eigenthümliche anerkannt,besonders nachdem Arvidson und Oehrn in einer Dissertstio seist«ivrinicsrum (1777) sie und ihre Salze genauer untersucht hatten. AndereEhemiker, namentlich Fourcroy und Vauquelin 1802, behaupteten,bie Ameisensäure sei nur ein Gemisch aus Essigsäure und Aepfelsäure, was^Uersen 1805 und Gehlen*) 1812 widerlegten.

Die künstliche Bildung von Ameisensäure aus anderen organischen

*) Adolph Ferdinand Gehlen war geboren zu Bütow in Pommern 1775.Er bestimmte sich dem Apothekerstande, und studirte längere Zeit in Königs-berg, wo er als Doctor der Medicin promovirte. Von da ging er nach Ber-lin, wo er einige Zeit unter Klaproth arbeitete, und habilitirte sich dannals Lehrer der Chemie in Halle. 1807 folgte er einem Rufe als Mitgliedder Akademie nach München, wo er 1815 an einer Vergiftung durch Arsenik-waffersloffgas starb. — Er war Herausgeber des »neuen allgemeinen Jour-nals der Chemie-- (1803 bis 1805; 6 Bde.) und des »Journals für die Che-mie und Physik-- (1806 bis 1810; 9 Bände), einzelner Jahrgänge des Ber-linischen Jahrbuchs der Pharmacie, und des ersten Bandes des Repertoriumsfür die Pharmacie, welches Büchner seitdem fortsetzte. Von ihm erschienu. a. eine »Faßliche Anleitung zu der Erzeugung und Gewinnung des Sal-peters (1812; zweite Auflage 1815); 1806 eine llebersetzung von Berthol-let's Siemens äe I'srt cle teinturo; und 1815 übersetzte er Berzelius'»Versuch,-ein System der Mineralogie zu begründen».