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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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Bei diesen immerhin höchst erfreulichen Zahlenangaben hatfreilich Junghanns vergessen, anzuführen, daß die Einwohnerzahldes Zollvereins von 1837 bis 1841 durch den Zutritt neuer Staa-ten um eine volle Million sich vermehrt hat, was wenigstens bezüg-lich der beiden ersten Waarengattungeu keinen ganz sicheren Schlußziehen lassen wird, jedenfalls aber bei den

Seiden- und Halbscidenwaaren,da dergleichen in jenen Staaten noch nicht fabricirt wurden. Etwazwei Dritthcile des Gcsammtbctrags der Scidcuwaaren-Ausfuhrkommen nämlich aus den Rheinprovinzen, etwa ein Viertel ausWestphalen, Sachsen und Brandenburg, noch in weit höheremGrade das übrige Deutschland, namentlich unser Hessen führet be-trächtlich mehr ein als aus. Im Jahr 1841 ergab sich nach vor-stehender Uebersicht eine bedeutende Zunahme der Einfuhr und eineVermehrung der Ausfuhr, welche letztere die Einfuhr schon damalsum 5,936 Ccntner überstieg. Die Ausdehnung der Seiden-Ma-nufaktur im Zollvereine erhellt deutlich aus der Vermehrung derSeiden-Weberstühle, von welchen 1831 in Preußen erst 8,956,1834 aber schon 12,044 vorhanden waren. Die größte Vermeh-rung war im Regierungsbezirk Düsseldorf von 6,742 auf 9,931innerhalb drei Jahren! Berlin hatte sie währenddem von 1,254auf 1,715 gebracht. Im Jahr 1841 wurden im Zollvereine11,638 Centner, 1842 schon 12,595 Ccntner Rohseide versponnen,somit hatte sich binnen Einem Jahre über 7Vz Prozent dieSeidenspinnerei vermehrt. Im Jahr L841 wurden 12,933 CentnerSeidengespinnst im Zollvereine verarbeitet, 1842: 14,418 Centnerworaus sich eine Ausdehnung der Seidenweberei binnen EinemJahre um fast 11 prCt. ergiebt!

Hören wir weiter aus dem neuesten mir zu Gebote stehenden,von einem gewissen Beke, einem Engländer, abgefaßten LeipzigerMeßberichte von 1839, seit welchen, Jahr, wie wir weiter unten se-hen werden, die Theilnahme Leipzigs am Welthandel noch in wahr-haft erstaunlichem Grade zugenommen hat. Derselbe berichtet:w. dieFabrikanten von Berlin fahren fort, bedeutende Verbesserungen inihren einfachen Seiden zu machen, welche jetzt mit den französischenund Schweizer Seiden nicht allein auf den inländischen Märkten,wo sie ein kleiner Zoll schützt, sondern auch für die Ausfuhr mitGlück concurriren können, so sind hiervon verschiedene Einkäufe durch