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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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kleinen, selbstständigen Landbesitzern nebst einer freieren Gestaltungder kirchlichen Zustände Notb tbut, aber es schweigt, wohlweislicherkennend, daß dieses nur aus seine Unkosten bewerkstelligt werdenkann, daß jener schmachvolle, so verderblich gewordene GiitcrraubWilhelm des Eroberers und Heinrichs VIII. ihren Vorfahren undsomit noch jetzt ihnen fast ausschließlich zu Gute kommt. Nicht indiesen so nahe liegenden Thatsachen, sondern sonst überall sucht derenglische Aristokrat den Grund des traurigen Zustandes, daß derunermeßliche Glanz und Reichthum, der sich immer mehr und mehrausdehnende Welthandel, das von Tag zu Tag höher geschraubteMauufakturwesen mit dem furchtbaren Elende des eigentlichen Vol-kes, mit den heißen Thränen und dem nagenden Hunger von Millio-nen Darbender bezahlt wird. Der Engländer hat kein Herz, für An-dere, für Alle zu dcnkeu und zu sorgen, weil jeder nur für sich selbstsorgen, zusammenscharren will, daher kommt dort der unnatürlicheZustand, daß England weit mehr klingende Münze und Menschenbesitzt, als der rasfinirtestc Spckulationsgeist zu verwenden vermag,daß dort colossale Reichthümer unfruchtbar und müßig in den Hän-den der Besitzer liegen und es die ausgedehntesten Coloniecn und Land-güter hat, die noch auf Bewohner und Bebauer warten und dem-ungeachtct Hunderttauscndc von Hungersterbenden Arbeitern im tief-sten Elende zählt, die gleich Tantalus mitten im Ucberfluß verschmachten.

Weit entfernt bin ich es zu wünschen, unser deutsches Vater-land möge nach ähnlichem Jndustricflor streben, seine Gewerbe möch-ten sich auf Kosten des Ackerbaues, zu jeder Zeit unseres erstenNahrungsfactorö, zu sehr ausdehnen. Deutschland, und insbeson-dere unser Hessen, bedarf zur Hebung des materiellen und des sitt-lichen Wohlstandes seiner Bewohner gerade kein ungesundes, imSchmutz erstarrtes Liverpool mit seiner Masse von Branntwein-und Bierschenken, Restaurationen und Freudehäusern, keiner Schlosser-stadt Wolverhampton, wo, nächst den Kohlenbergwerken:, desArbeiters Loos vielleicht das härteste und freudenloseste in ganzEngland ist, keines Manchesters, jenes Herzcs der englischen In-dustrie, von wo all ihre Pulsschläge auszugehen scheinen, wo Hun-derttausende im Umkreise weniger Stunden spinnen, weben und fär-ben, endlich keines Birminghams, wo sich, wie zu Liverpool,seit 60 Jahren die Bevölkerung wenigstens vervierfacht hat, wo dieIndustrie — jedoch mit allen nachtheiligen Einflüssen für Geist und