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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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wiegendste, das einflußreichste Interesse und England war schon einegroße Macht, ehe es die kolossale Industrie besaß, die sich bekannt-lich erst seit 3 Menschcnaltern so unnatürlich riesenmäßig ausgebrei-tet hat.

In England, wo Güterzerstückelung ganz unbekannt ist, sindmit der maßlos übertriebenen Industrie und mit durch diese diegroßen Pachtgüter zu einem Nationalübel erwachsen; bei uns, woder fortdauernden Güterzerstückelung aus national-ökonomischem, wohl-erwogenem, volkswirthschaftlichcm Grunde entgegengewirkt werdenmuß, da schon bei sehr vielen Gemeinden des Odenwaldcs und nochmehr des Vogelsbcrgs die Einwohnerzahl ganz außer Verhältnißder gleich groß gebliebenen ohnedies oft an sich schon geringen Ge-markung geblieben ist, droht eben — insbesondere auf dem Lande —der Mangel an Industrie, weil sich der Volkszuwachs nicht,wie in England in die Fabrikbezirke, sondern auf das Land wirft,dieses Zerstückeln noch weiter als gut sein dürfte, zu treiben. OhneZweifel erscheint, worauf wir weiter unten nochmals gründlicher zu-rückkommen werden, gerade in dieser Beziehung für unser Süddcutsch-land und insbesondere für unser hessisches Vaterland der Auf-schwung der Gewerbe und mit auch der Fabriken, statt ihm die Ue-bel des englischen Proletariats einzuimpfen, als ein kräftiges Heil-mittel gegen das weitere, schon jetzt so verderblich für den Wohl-stand von Tausenden von Bauersfamilicn gewordene Umsichgreifender Güterzerstückelung, der Baucrnschinverei Seitens einer Brütmaßlos herzloser Wucherer und zur Herstellung des gestörten Gleich-gewichts zwischen Ackerbau und Gcwerbsarbeit.

In England vermag der disponible Grund und Boden die inzu hohem Grade gestiegene industrielle Bevölkerung allein nicht mehrzu ernähren und es muß deßhalb stets seinen Lebcnsmittelbedarf vomAusland her vollends decken. Bei uns ist es ganz anders. Nochimmer sind die produktiven Kräfte Deutschlands in dem Grade über-wiegend, daß wir noch jederzeit Rohstoffe, wie z. B. seine WolleEngland, Ochsenhörncr Frankreich w. zuführen, um sie als verar-beitete Waare zurück zu empfangen, Fremden den Arbeitsverdienstzu überlassen, der unsern deutschen Milbrüdern in ihrem Nothstandgar wohl gethan haben würde. Wir haben schon des innigsten Zu-sammenhangs des Ackerbaus, der Gewerbe und des Handels er-wähnt, bemerkt, wie jede Maßregel, die den einen trifft, auch den