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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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so wenig, wie die Wirkung der Erwerbsthätigkeit auf den Zustanddes Volkes außer Acht lassend.

Zunächst werde ich einige Gegenden der Uhrenfabrikation, vor-nehmlich den schweizer Kanton Neufchatcl und den badischen Schwarz-wald besprechen. Sie sollen uns überzeugen, daß der Verstand,die Fassungsgabe unsers schlichten Landmanns allein nie einHcmm-niß abgeben kann, sich eines auch noch so schwierigen Industriezwei-ges mit Glück auf die Dauer, aus der Mitte des Volkes heraus,zu bemächtigen. Wir werden an den Ncufchatellcrn und Schwarz-wäldern zwei Gebirgsvölkchcn kennen lernen, die noch vor l50 und200 Jahren in dumpfer Unwissenheit und Trägheit ihr einförmigesDasein dahin lebten. Aber beide bargen einen Bilduugskeim in sich,welcher, unter dem Aufleben der Industrie Wurzel fassend, einedurchgreifende Reform ihrer materiellen, ja fast noch mehr ihrergeistigen Zustände herbeigeführt, beide überraschend gefördert hat.Industrielle Betriebsamkeit wirkt mächtig in das innere Volksleben.Sie giebt nicht allein den materiellen Interessen einen höheren Schwung,sondern rückwirkt sichtbar auf die geistige Ausbildung des Volkes,indem sie den schlummernden Funken der Intelligenz weckt, denTausch der Gedanken fördert und den Geist in reger, spekulativerThätigkeit erhält. Habe ich auch die Fertigung der Uhren nicht un-ter den von mir zur schicklichen Einführung vorgeschlagenen Gewerbenaufgeführt, so ist doch die Entwicklung gerade dieses Industriezweigsso außerordentlich reich des Interessanten, an einladenden Fingerzeigen,wie unsere Bauern in ähnlichen Fällen nie am Gelingen ver-zweifeln sollen, daß eine größere Ausführlichkeit hier sicher gerechtfer-tigt erscheint. Ist solchergestalt der Boden für die Einbürgerungdergleichen ländlicher Nahrungszweigc empfänglicher gemacht, sokann immerhin guten Muths zu der eigentlichen Aufgabe dieses Büch-leins übergegangen werden.

Zuerst muß ich jedoch noch eine für manchen Leser sicher will-kommene Aufklärung über zwei bereits vorgekommene und noch viel-fach benutzt werdende Ausdrücke, da mir außerdem eine schicklicheGelegenheit hierzu fehlt, die Worte „ Tab lctteriegegen stände"und „Nürnberger Waaren" nämlich, vorausschicken. Ersterehaben wohl zunächst ihre Bezeichnung von Tablette, das unsermkleinen Toilette-Tischchen oder jenem Gestelle entspricht, welches ausSäulchen und zierlich ausgeschnittenen Brettern besteht und an der