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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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setzt, das ihnen hieran noch Fehlende noch einzutauschen, sondernauch noch mittelst der Ergebnisse ihres industriellen Fleißes sie garmanches Bergnügcn und eine höhere Biloung genießen läßt, alsunsere sonst noch so tüchtigen Landlcute. In diesem höchst interessan-ten Industriezweige wetteifern die Neuschateller bei Herstellung ihrerbeliebten Waare, rücksichtlich deren Schönheit und Entfaltung wah-ren Geschmacks, nur mit den Genfern, während sie alle andere Na-tionen, namentlich seit den letzten Jahrzehnten entschieden übertreffen.Es ist solches um so überraschender, als er sich in den Schluchtendes Jura im Kanton Neufchatcl erst in der Mitte des letzten Jahr-hunderts einbürgerte. Die Fertigung der Schlag- und Sackuhrennahm in Folge der Zwistigkeit, welche einen großen Theil der ge-schicktesten Arbeiter Genfs nöthigte, ihre Vaterstadt zu verlassen, rei-ßend zu, zahlreiche Werkstätten wurden zu Loclc und Ehaur deFond hier eingerichtet und es ist Thatsache, daß, obgleich seitEinführung dieses Kunstzwcigs, an welchen sich mit der Zeit nochsehr gesuchte Arbeiten in Holz, Elfenbein und Muschelwerk anschlössen,sich die Volkszahl wenigstens vervierfacht hat, die bittere Armuth,die früher fast ausschließlich in den dortigen rauhen Thalgründenund auf den waldigen Höhen ihre herbe Wirklichkeit fühlen ließ,einem Wohlstände gewichen ist, an dem jeder Einwohner des Kan-tons nun schon seit so vielen Jahrzehnten einen weit ergiebigerenAntheil hat, als die Benutzung auch der fruchtbarsten Ebene ihmallein je bättc gewähren können. Ein Beweis hiervon ist, daß die-ser kleine Kanton, ohne sich wehe zu thun, im Stande war, denverhältnißmäßig vielleicht großartigsten und schwierigsten Wasserbauin wenigen Jabren auszuführen, nämlich bei Errichtung der erfor-derlichen Mühl- und Prägwcrke, diesen die Wasserkraft des FlüßchcnsBied mittelst eines durch felsiges Gebirg gehauenen Tunnels von1100 Fuß Länge zuzuleiten.

Den ganzen Werth der Einbürgerung dieses Ubren-Jndustrie-zweiges wahrhaft würdigen zu können, müssen wir den Schauplatzdieses höchst merkwürdigen Sitzes ländlichen Kunstfleißes etwas nä-her kennen lernen. Die beiden Hauptorte desselben sind, wie schonerwähnt, Locle und Ehaur de Fond. Ersteres Dorf liegt ineinem zwei Stunden lang sich hinziehenden, fast ganz baumlosen,aber durchaus mit städtischen Häusern bevölkerten Thal, das vonder Bied durchflossen wird, die keinen andern Abfluß als die Klüfte