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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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102
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wähnung hier nicht geneigte Entschuldigung finden dürfte. Dieserwollte sich nämlich in Gens persönlich überzeugen, wie weit dieDreistheit dieser Schmugglcrbandcn gehe und wahrlich, er sollte esauf eben so schnelle als überraschende Weise innc werden. In einemder ersten Uhren- unv Juwelenladen bestellte er vecrschiedene Gegen-stände von hohem Werthe unter der einzigen Bedingung, daß sieibni frei von Aufschlag für Porto und Mauth in sein Schloß zuParis geliefert würden. Der Verkäufer sagte ihm sofort zu undfragte ihn nur, wen er die Ehre habe, vor sich zu sehen. Auf dessenErwiederung: ,chlr. Lrig, Ik vireotour en cstok äes äou-meo on krsnco"(welche Adresse ihm noch schriftlich übergeben wurde) cntgegnctc derGroßhändler mit kaltem Blute: „Gut, mein Herr, die Schachtelmit den Kostbarkeiten werden Sie bei Ihrer Ankunft in IhremSchlosse in Paris, ohne irgend eine sonstige Vergütung leisten zumüssen, vorfinden, wo nicht, werde ich Ihnen den ganzen Inhaltvergüten." Der Marquis empfahl sich, kehrte in seinen Gasthofzurück, bestellte Postpferde für seinen Wagen und eine Stunde, nach-dem er dcS Kaufmanns Magazin verlassen, konnte man ihn in einerErtrapostchaisc schon Paris zueilen sehen. Auf der Grenze wurdeden Zollwächtern die Schachtel aufs Genaueste beschrieben, ihnenfür den Fall der Entdeckung eine höchst ansehnliche Belohnung zu-gesagt, mißlinge aber solche, mit Strafe, sogar mit Entlassung ge-droht. Aehnliche Eröffnungen machte er allen Mauthbcamtcn aufden verschiedenen Jurapässcn und eilte dann unaufhaltsam Tag undNacht durch nach Paris. Kaum angekommen in seinem Hotel undeiligst die Kleider gewechselt, tritt er in den Salon, seine Familie zubegrüßen, aber noch ehe dieser, begegnete sein Blick zu seinem höch-sten Erstaunen derselben von ihm zu Genf angekauften, nun auf sei-nem Marmortische wieder vor ibm stehenden Iuwelcnschachtel mitihrem ganzen kostbaren Inhalte. Er selbst, kein Magier, war, wieer zu seiner Beschämung erfahren mußte, der Schmuggler gewesen.Der Juwelier batte kaum, daß St. Eric, ihn verlassen, sie sorgfältigeingepackt und durch einen geschickten Vertrauten es einzurichten ge-wußt, daß sie unbemerkt mit den andern Sachen des Marquis indessen Wagen war eingepackt worden. Bei dessen Ankunft zu Parisfiel der auskramenden Dienerschaft die ebenso solid als geschmackvollgearbeitete kostbare Schachtel auf und sie fanden für gut, sie einst-weilen in ihres Herrn Salon in Sicherheit zu bringen. Doch ge-