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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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Erdscholle gebannt, sein einfaches stilles Dasei». Erst die Kriegedes sicbcnzchntcn und des beginnenden achtzehnten Jahrhunderts,welche durch bäufigc Eingnartirungcn den Wälder mit der Außenweltetwas bekannt machte, die von ihnen überkommenen bitterenTage der Notb rüttelten ihn aus auS seiner pflegmatisäien Ruheund veranlaßten ihn auf neue Erwerbsquellen zu sinnen. Er suchtesie, wo er allein sie finden konnte, — in dem Bereich der Industrie.Immer noch fühlt er sich isolirt von dem geräuschvollen Treiben derWelt und unberührt von dem Gifthauche der Demoralisation, abersein unermüdlicher Fleiß und Spckulationsgeist, sein mechanischesTalent, seine Kühnheit und Klugheit ließen nicht allein die vornKriege geschlagenen Wunden dem Gebirgsbewohner vernarben, son-dern verschafften ihm auch bei seiner stillen Anspruchslosigkeit einenihm, wie dem bei ihm zusprechenden Freiiwling gleich wohlthuendenbescheidnen Wohlstand.

In der Waldschlucht des Thurner ließ im Jahr 1683, demJahr der Belagerung Wiens durch die Türken, der Abt Paul desKlosters St. Peter eine Glashütte errichten. Dieser Gewcrbsanlageverdankt man in jeder Beziehung den Aufschwung der industriellenund conunerciellen Betriebsamkeit sämmtlicher Umwohner. Sie birgtin sich nicht nur den Keim, aus welchem der in unsren Tagen soweit ausgedehnte Glas- und Strohhuthandcl erblühte, sondern wardauch die erste, wiewohl nur zufällige Bcranlassung zur Entstehungder Holzuhrmacherci. Das Glas dieser Hütte wurde nämlich durcharme Bewohner der Gegend auf Rückkörbc gepackt und nach demBreisgau, Elsaß und Niedcrrhcin verkauft, wobei denn gelegentlichauch grobgearbeitete Holzwaaren, Löffel, Strohhüte mitgenommenwurden, dieses geschah bereits mehrere Jahre, als einer dieser wan-dernden Händler eine hölzerne Stundcnuhr, welche er einem böhmi-schen GlaShändlcr abgekauft hatte, in seine Heimath mitbrachte. Die-ses nie gesehene Kunstwerk erregte Aufsehen und Neugicr in derganzen Gegend; zwei sinnreiche Köpfe, ein Schreiner, Namens Lo-ren; Frey und Kreuz, wie er ein schlichter Landman aus Wal-dau, maßen, zirkelten und schnitzten in den langen Winterabenden,bis sie, jeder für sich, ein ähnliches Werk zu Stande gebracht hat-ten. — So lange in den ersten 14 Jabren deS vorigen Jahrhun-derts wegen der Frage, ob ein Bourbonc oder ein Habsburger dendurch Karls II. Tod erledigten spanischen Thron besteigen solle, fast