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Wohlhäbigkeit sieht man in diesen Gegenden verbreitet, in welchersolch ein Gcwcrbfleiß vorherrscht. Nicht selten äußern in der Ta-bletteriegegend des Departement der Oise mit Stolz die Gewerbs-lrute: „Bei uns gibt es keinen Armen, Jedermann arbeitet mitFreude". Gelegenheit findet hier jedes scheinbar auch noch so un-fähige Individuum und in allen Gewerbszweigcn ist bei durchweggleich niedrigem Preise sämmtlicher ersten Lebensbedürfnisse denn beiuns, der übliche Taglohn weit höher. Ein ganz gewöhnlicher Ver-dienst der eigentlichen Handarbeiter ist hier je nach ihrer resp. beson-dern Geschicklichkeit und Anstrengung 1 '. 2 bis 4 Gulden den Tag,ja selbst ein ganz gewöhnliches kaum läjährigcs Mädchen ist inder Lage, bcgucm sein eignes Brod zu erwerben, wie ja z. B. ein1t jähriger Knabe öfters in seinen von der Schule ihm verbliebenenNcbcnstundcn gor Tag wenigstens 28 kr. mit der Fertigung vonZahnbürstchen und dergleichen Waaren mehr verdient hat.
Fast alle Arbeiter erheben sich allein stnittelst ihrer persönlichenGeschicklichkeit und Ordnungsliebe (nicht durch ihre große Wohlha-benheit von HauS aus) aus der Klasse der Arbeiter in die der Ver-leger und Fabrikanten. Fast ohne Ausnahme sind sie Eigenthümerihrer freundlichen mit Schiefern bedeckten, zum Theil vollständigaus Stein aufgebauten Wohnungen mit angrenzendem Garten undVieh im eignen Landsitze und zum Theil so vielem Feld, um ihrGetränke aus Obstmost und ihr Bedürfniß an Getreide mittelst Ver-dingens der Feldbestellung (da sie ihre eigene Zeit in ihren Ge-werben besser verwerthen), zu erzeugen. Wie ihre reinliche, geräu-mige Hofraithe, so läßt ibr blühendes Aussehen sie als glücklicheErdensöhne im Genusse eine? sicheren und Nahrungs- und Wohl-standes in guten und schlimmen Zeiten erkennen, noch ehe sie dieGründe ihres Wohlseins, ihres reichlichen Auskommens uns mitge-theilt haben. Die Gewöhnung an dauernde Thätigkeit hat sichallen Familiengliedern eingebürgert, und mit ibr fortwährend aufdem Wege des wirthschaftlichcn Emporarbeitens und der Gesittung,der Geist der Ordnung und Sparsamkeit, die Achtung vor dem Ge-setze und des Eigenthums in einer höchst erfreulichen Reform derganzen Denk- und Handlungsweise. Die Wenigen, welche ihrenWohlstand nicht allein ihrer eignen Arbeit verdanken, schulden ihnder Arbeit ihrer Aeltcrn, welchen sie im Gewerbe mit gleicher Thä-tigkeit und mit Benutzung ihrer größeren Mittel zur Ausdehnung