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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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Erzeugnisse in größtem Ncberfluß hat, andererseits aber eine durch-schnittlich drückend heiße Temperatur die meisten gewerblichen Be-schäftigungen lästig, ja unerträglich macht. In diesen tropischenKliinaten ist nur der vollkommen kräftige Mensch im Stande sich ineiner Gemüthsstimmung zu crbaltcn, welche zu schwierigen Unter-nehmungen geeignet ist, zu deren Gelingen ein geregelter hcharrlicherGeist, viel Vorsicht, Thätigkeit und Kenntnisse erforderlich sind.Gleich natürliche Hemmnisse stellen sich in den von fast 400 Millio-nen bewohnten indischen, chinesischen und afrikanischen, in den Ae-quinoctialzoncn liegenden Reichen entgegen, oder wo gar, wie indem südlichen Theile der vereinigten Staaten Nordamerikas, in denLändern Süd- und Mittclamerikas, namentlich Brasilien und Cubadie Ncgersklaverei und die hieran sich knüpfende Aristokratie der Far-ben die Handarbeit als eines Freien unwürdig betrachten läßt, anFabrikation daher gar nicht zu denken ist, und auf ewige Zeiten un-sere europäischen Bevölkerungen von der Natur durch ihr gemäßigtesKlima die weit höhere Fähigkeit ihrer Mitglieder und den größerenBetrag ihrer Kapitalien zum Betriebe von Gewerben angewiesensind, industriellen Beschäftigungen sich hinzugeben und mit derenFabrikaten ihr Bedürfniß an Erzeugnissen der heißen Himmelsstrichedurch Lieferung als Zahlungsmittel zu decken.

Zwischen diesen großen Hälften der Welt, der gemäßigten undder heißen, der stark bevölkerten und .der noch dünn bevölkerten istalso die Trennung in gewerbetreibende und in ackerbauende Staatentheils natürlich, theils liegt sie in den gegebenen Zuständen. InEuropa dagegen ist sie ein Unding und ein europäischer Staat, derfür ewige Zeiten blos ackerbauend bleiben wollte, würde sich zu Ar-muth, Elend, Uebervölkerung vcrurtheilen und sich die Mittel derBildung und Macht willkührlich versagen. Alle europäischen Staa-ten können fabrizirend werden, sind es bereits mehr oder weniger,und werden cS jährlich mehr für ihr eigenes Bedürfniß und fürdas ausländische, zumal für das überseeische, das mit der reißendenZunahme der Bevölkerung, der Urerzcuguugcn und des Verbrauchseuropäischer Waaren in Nordamerika, Brasilien, Meriko, Peru, Gili,Buenosayres, Montevicdv, Cuba, Haiti, China, holländisch und bri-tisch Ostindien w., jährlich unberechenbar zunimmt. Ist doch dieEinfuhr der vereinigten Staaten von Nordamerika allein in den 12Jahren von 1825 bis 1836 von 235 Millionen Gulden auf 485