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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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seine Waaren genießen nirgends eines Vorrechtes vor den unseren;was er vermag, vermögen wir auch und in Deutschland vermögenwir mehr. Ncörigcns folgt, abgesehen davon, daß mehr oder wenigerganz Europa für die fremden Wcltthcile fabriciren kann und wirk-lich fabricirt — noch keineswegs, vaß alle europäischen Länder esuns glcichthun werden, wenn wir uns durch gcwcrbswisscnschaftlichcAusbildung, durch Herstellung einer zeitgemäßen Gewcrbsfreiheit,durch Thätigkeit und Einsicht in die Reibe der gcwerbreichcrcn Staa-ten emporarbeiten. Denn die Erfahrung zeigt, daß ein großer Tbcilder europäischen Länder, auch der gcsittigtcn, in Folge staatlicher ooer

schlechter von Material und Farbe, frei von verfälschenden Beimischun-gen, frei von Ansschußwaarc (welche für sich bleiben muß), Stückfür Stuck streng übereinstimmend, scharf und ehrlich sortirt, ohne er-borgte Fabrikzeichen und möglichst billig. Man ist bei uns gewohnt,kleine Umsätze zu machen mit einem großen Vortheil; in Englandmacht man rasch große Umsätze mit einem kleinen Vortheil, der Eng-länder macht stets in seinen Preisen einen Unterschied zwischen denKleinhändlern und den eigentlichen Großhändlern und Exporteurs,lange nicht den gehörigen der deutsche Fabrikant. Der, Engländer be-müht sich stets seine Waare preiöwürdiger, der Bestimmung entsprechen-der und zugleich möglichst wohlfeil herzustellen, höchst wenige derselbenerlauben sich mittelst Verfälschungen ihre reine Einnahme zu verbessern.Dieses Bestreben des englischen Volkes, welches dieser Nation bei all'ihren oben geschilderten, nicht zu leugnenden, sociale» Mangeln znrander» Natur geworden ist, trifft man dort überall wieder. Es istdie moralische Kraft desselben der Nerv seiner Uebcrlcgcnheit, den wiruns ebenfalls aneignen müssen, wenn wir uns mit demselben in denSchranken halten wollen. Der deutsche Arbeiter hat um so mehr Ur-sache zu dem Ende möglichst seine Langsamkeit und Nachlässigkeit auf-zugeben gegen die Schnelligkeit und Sauberkeit der Engländer, umso mehr sich die englische Neellität zum strengen Gesetz zu machen, alses sich setzt mehr wie se um sein Sein oder Nichtsein handelt. MitFreigebnng des Getreidehandcls vermag Englands Arbeiter mit unsermdeutschen fast gleich billig zu arbeiten weit wohlfeiler als seither diesennatürlichen Schutz, welchen wir seither genossen, müssen wir also inZukunft durch eigne Kraft <nicht mittels Klagen über schlechte Zei-ten, Mangel an Schutz Seitens der Regierung rc.) ersetzen. Die Zeitder Ermannung einer gesetzmäßigen Selbsthülfc ist gekommen, es giltvor Allem uns selbst zu bessern, den Welthandel mit ebenso solidenals billigen an sich vorzüglichen Waaren zu behaupten, wo möglichseinen Bereich zu erweitern. Dann werden deutscher Fleiß und deutscheBeharrlichkeit gewiß mit lohnendem Erfolg und Ehren bestehen. —„Ehrlich währt am längsten!"