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Haus aber ist jene Seidenzucht, die Zierde ist jenes heiter freund-liebe sorgenfreie Antlitz vieler Tausenden von Hessen, von Deutschenüberhaupt. Insbesondere sollten die verehrlichcn Direktionen un-serer und anderer Eisenb ab neu, wo irgend die Böschungen unddas von ihnen nothgedrungen aufgekaufte Waldterrain es gestatten,diese insgesammt in ibrer ganzen Länge mit Plantagen von kurz ge-haltenen Maulbeerbäumcken in Busch- oder Hcckenform möglichst dichtbesetzen, deren jedes sebon innerhalb 5 Jabren zu 7 Fuß Heckenlängeganz gut täglich ein Pfund Blätter, und mittelst dieser, 2l) Raupendie tägliche Nahrung abgeben könnte. Diese können in größerenQuantitäten als schon mcbrjährige Setzlinge um überraschend billi-gen Preis aus den vorzüglichsten nordfranzösischen Pflanzschulen be-zogen werden, wie mir denn ein Samenhändler sich erboten hat, dasTausend halbhochstämmiger, 5 Fuß hoher, gesunder Stämmchen derlllorus slba (weißen Maulbeere) von dorther um 4, höchstens 5 fl.zu liefern. Hunderte von Meilen haben wir schon vollendete Eisen-bahnen, noch mehr im Baue begriffene, oder solche, deren Bau mitSicherheit, trotz aller Geldklemme, in nächster Zukunft zu erwartenist. All' deren überflüssiges Terrain mit solchen Hecken besetzt, würdebinnen Einem Jahrzehent einen wahrbast kolossalen Maulbeerblätter-Ertrag abgeben, bedeutend genug, das dcrmalige Quantum von inDeutschland erzeugt werdender Seide wenigstens zu verhundertfachen.Wer hierin irgend etwas wirken kann, insbesondere die sämmtlichenGlieder der Finanz- und technischen Behörden, der versäume keinenMoment hierin kräftigst aufzutreten und Treffliches zu wirken, solange es noch Zeit ist, so lange namentlich noch keine Pflanzendeckedieses Grundstück von kaum glaublich beveutendem Flächengehalt be-kommen hat. Erhält z. B. dergleichen Anpflanzungen binnen zweiJahren unsere Staatseisenbahn von dem Stauffenberg an der kur-hcssischen bis zur Starkenburg an der basischen Grenze, so sind wirim Stande, ehe ein Dutzend Jahre vergeht, einschließlich der Be-nutzung der bereits vorhandenen Maulbeerplantagen und der an denbeiden Seiten der viele hundert Stunden an unsern trefflichen Stein-straßen und sonstigen Wegen binlaufenden Rainen, der auf Fried-höfen :c. etwa gesetzt werdenden Maulbccrbäume, wenigstens dasselbeQuantum Seide an die Fabrikanten abzusetzen, das dermalen verganze deutsche Zollverein erzeugt. Wenn irgendwo, darf hier keinenTag länger gezaudert werden. Unser Hülfsvcrcin soll hier zeitigst
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