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theiische Beobachter erzählt, daß er keine Fabrik in Frankreich kenne,wo die Weber bessere Sitten hätten, überhaupt eine musterhaftereLebensweise führten, keine Manusacturstadt, die weniger Trunken-bolde und weniger Lüderlichc zähle als Tararc. Aehnlich mit deroben schon erwähnten Norcamerikanischen Fabrikstadt Lowell, wo,nach der Aussage Ramors dc la Sagra und unsers Julius, beinahe5,000 Frauenspersonen von 17—24 Jahren beschäftigt sind und die.Dank der sorgfältigen Aussicht, welche da geführt wird, ein Mustervon Ehrbarkeit und der Sittlichkeit darbieten. Ebenso in Dunden,dem schottischen Hauptlinncn-Fabrikorte. Würde die Schilderung dieserEigenthümlichkeiten einzelner Orte Seitens des Lehrers nicht garmanchen seiner intelligenteren Schüler, manchen Sohn wohlhabendererEltern veranlassen, ein Gewerbe zu ergreifen und rastlos zu streben,wie jene Fabrikanten, von denen ja ein Rouener noch lebender einstigerSchweinehirt durch uncrmüvete Thätigkeit, mit der reichste Normannegeworden ist, sich emporzuschwingen und seiner Heimath ein rechtgemeinnütziger Inwohner zu werten.
Wie ein jeder Gebildeter in der unaufhaltsam vorschreitendenJetztzeit seine Kenntnisse mehr auf das Volksleben ausdehnen, sicheine sociale Wissenschaft aneignen sollte, deren Hauptzweck das öffent-liche Wohl wäre, deren Gesammtinhalt den ganzen Menschen in sei-nen physischen und moralischen Beziehungen umfaßt, so wäre es vorAllem Aufgabe des Volkslchrers, sich vor Einseitigkeit und Befangen-heit in den Schulbegriffen zu wahren, die das Leben entfremden.Er vor Allem soll die Wichtigkeit praktischer Kenntnisse einsehen undsie pflegen, nie sich von den Betrachtungen großartiger Erscheinungendes Natur- und Völkerlcbcns, von dem Verständnisse der Natur undder natürlichen Erscheinungen ablenken. Eines kräftigen, nicht vonSchulmethoden gefesselten Geistes soll er sich ebenso bewußt sein,als eines segensreichen Wirkungskreises.
Unsere VolkSschullehrcr sollen nicht blos im Lesen, Schreiben,Rechnen, Zeichnen und in der für die Gewerbe so wichtigeil beschrei-benden Geometrie, wenigstens in ihren Anfangsgründen unterrichtenkönnen, sondern auch Geographie und Geschichte. Namentlich diesebeiden sollen nächst jenem Zeichnen, ihre Lieblingsfächer sein undsie müssen unermüdet darnach trachten, sie mit wahrer Freiheit undUnabhängigkeit von ihrem vielleicht trocknen Leitfaden zu beherrschenund ihren für alles Gute so empfänglichen Jugendgemüthern deren