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nickt bei den Lehrlingen entstehen, wenn zu gewissen Zeiten, wie esbereits unser Gewerbsverein bei seinen zeichnenden Handwerksschü-lern thut, an Fest- oder an besonderen, für die Gewerbötreibendcnbestimmten Feiertagen, diejenigen, welche die Zufriedenheit ihrerMeister verdient hätten, nach dem vom Pariser Stadtmagistrate jähr-lich veranstalteten Vorbilde, öffentlich genannt und ihr Fleiß undihre Pflichttreue belobt oder mit einer kleinen passenden Liebesgabeauch reell erfreut und belobnt würden? Doch wer könnte schon imVoraus das Alles anführen, was einsichtiges Wohlwollen bei jeder,namentlich auch der bedrängten Lage sämmtlicher Handwerktreiben-den wohl zu er- und vermitteln, zu verbessern im Stande sein kann?
Hülfskasscn zu zinslosen Vorschüssen in den Fällen, wo einArbeiter ohne gewisse Vorlagen durchaus kein Geschäft zu eröffnenvermag; Einrichtungen, welche ihnen gesündere Wohnungen ver-schaffen, und ihnen das so höchst wohlthätige Leben mit Familie er-leichtern ; Stiftungen zur Aussteuer der achtbarsten jungen Arbei-terinnen, zur Ausrüstung tüchtiger, in die Fremde gehender, hoff-nungsvoller Handwerker, werden hier gleich gerechtfertigt erscheinen,man wüßte nicht welche Kapitalanlagen dem gcsammten Volkswohlwahrhaft förderlicher wären. Des Hülfsvereins zahlreiche überallhin vertheilte Mitglieder werden insbesondere noch, wo es Noththut, auf die geeignetste, möglichst schonende Weise die Fabrikherrcnbestimmen, sich das leibliche und geistige Wohl ihrer Arbeiter ange-legen seilt zu lassen; daß sie demnach gesunde Werkstätten einrichten,die Arbeitsstunden angemessen vertheilen, einen zur Unterhaltung einesHaushalts ausreichenden Lohn denen in Aussicht stellen, welche ihreArbeit während einer Reihe von Jahren mit Eifer und Geschick be-treiben. Daß sie, ähnlich der Knappschaftskassen, eine Hülfskassegründen, daniit solche nicht bei jedem Unfälle, der sie trifft, der Ge-meinde zur Last fallen, und daß sie endlich auch auf das sittliche Be-tragen derselben Rücksicht nehmen und, äußersten Falls gemeinschaft-lich mit ihren Kirchen- und Gemeindebehörden groben Ausschweifungenentgegenzuwirken suchen. Erlauben es ihre Mittel, so wird die Ge-sellschaft nach vorheriger Rücksprache und in Verbindung mit demGewerbövereinc empfehlenswertste Werkzeuge und Modelle zu denvorzüglichsten Maschinen kommen lassen, sie prüfen, auch im Falleder lohnenden Anwendbarkeit inländische Handwerker anweisen lassen,sie mit Genauigkeit nachzuahmen, und hierdurch die Gelegenheit zu