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Anorganische Chemie / von A. Michaelis
Entstehung
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§. 2 .

Die Kräfte, welche die Bildung der Atome veranlassen undihre Beständigkeit schätzen.

Die Ursache der Bildung der Atome liegt in zwei Kräften, welcheauf die Urmaterie wirken, sie liegt in der Elasticität (Repulsions-kraft) und in der Anziehungskraft (Attraktionskraft).

Die erste hat das Bestreben, die Materie in’s Unendliche aus-zudehnen, die zweite diese in demselben Maasse zusammenzuhal-ten. Wir können uns denken, wie beide mit einander, aber nicht,wie sie allein auf die Materie wirken, eben so wenig, wie wir denBegriff der Unendlichkeit zu erfassen im Stande sind.

In dem Maasse, wie eine der beiden Kräfte vorherrscht, weN£den die kleinsten Theilchen der Materie verschieden weit voneinander entfernt und verschieden gelagert. Bei constanler Ent-fernung und gleicher Lagerung dieser kleinsten Theilchen ist dieBildung eines bestimmten Atoms, mithin die eines Elementes voll-endet. •

§. 3 .

Kräfte, welche auf die Atome und ihre Verbindungen wirken.

Auf die Atome und ihre Verbindungen wirken drei Kräfte, dieCohäsions-, Adhäsionskraft und die chemische Verwandtschaft.

Die Cohäsionskraft bewirkt das Zusammenhalten gleich-artiger Stoffe, wenn man die Atome oder ihre Verbindungenzu zerreissen versucht, sie bedingt den Widerstand, der uns beimPulvern und Zerschlagen der Körper sich entgegenstcllt.

Die Adhäsionskra ft verursacht das Zusammenhalten un-gleichartiger Körper zu einer Verbindung, in der man dieeinzelnen Theile neben einander erkennen kann, sie verbindetdemnach ungleichartige Stoffe zu einem ungleichartigen Ganzen.Ein Tropfen Oel, der sich auf Wasser ausgebreitet hat, ist schwierigvon demselben zu trennen, weil die Adhäsionskraft beide zusam-menhält. Demnach sehen wir, dass die Vereinigung ein ungleich-artiges Produkt geliefert hat. Dasselbe findet statt bei auf einandergeleimten Holzstücken u. s. f.

Die chemische Verwandtschaft, Affinität, vernrser.ibei dem Zusammentreffen einfacher, oder zusammengesetzte ''