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Ueber die chemischen Kräfte.
Kräfte sind, ist noch nicht bestimmt; man theilt solchen Grö-ßen, wie wir sie eben zur Verdeutlichung unserer Ansicht ge-braucht haben, keine bestimmten numerischen Werthe zu. Aderdas ist ausgemacht, daß stets zwei entgegengesetzte Kräftevorhanden sein müssen, wo Anziehung und Vereinigungerfolgt.
Nicht alle Körper verbinden sich unter einander. Die-jenigen, welche dies nicht vermögen, besitzen entweder keineder beiden genannten entgegengesetzten Kräfte, oder dem ei-nen derselben fehlen dieselben unter den Umständen, wo siegerade zusammenkommen. Ueberall im Gegentheil, wo (K)und (0) sich in einem bestimmten Maaße finden, entstehtVereinigung. Kommt z. B. ein Körper von 20 (K) mit ei-nem andern von 1 (0) in Berührung, so vereinigen sie sich,und die neue Verbindung muß mit 19 (K) begabt sein.
Es ist nicht nöthig, mehr chemische Kräfte anzunehmen,als die beiden, welche wir (K) und (0) genannt haben. AlleElemente scheinen diese zu besitzen, aber in verschiedenemGrade. Die Lehre von den chemischen Proportionen hatdargethan, daß, wenn gewisse Umstände sie in verschiedenemMaaße in Thätigkeit versetzen, die Quantitäten der ange-regten Kräfte im Verhältniß stehen, wie die natürlichen ganzenZahlen. 1 Aeq. Stickstoff verbindet sich mit 1,2,3,4,5 Aeg. Sauer-stoff und ebenso die übrigen Elemente. Kurz, es ist eine unwider-legbare Thatsache, daß es für die chemischen Kräfte bestimmteWerthe giebt, welche zu einander im Verhältniß ganzer Zah-len stehen.
Es ist wiederum ein Resultat der Erfahrung, daß nichtbei allen Elementen unter den gewöhnlichen Verhältnissenjene Kräfte sich äußern, sondern daß die Umstände modificirtwerden müssen, um entweder die Kräfte zu wecken, oder ineiner bestimmten Quantität in dem Körper zu firiren. Ka-lium und Sauerstoff ziehen sich bei gewöhnlicher Temperaturan; wir schließen daraus, daß das Kalium immer diese