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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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344 Allgemeine organische Körper.

haben. Um hierüber zu einer klaren Vorstellung zu gelangen,sind neue Versuche erforderlich.

Farbstoffe des Blutes.

Eine sehr merkwürdige Substanz kommt in dem Bluteder warmblütigen Thiere vor, welche vielleicht in dem Kör-per eine Hauptrolle spielt, deren Funktionen indessen nochunbekannt sind, nämlich der rothe Farbstoff des Blutes.Daß er für das thierische Leben nicht durchaus nothwendigist, ergiebt sich daraus, daß er in manchen Thierklassen fehlt;bei Thieren, deren Bau zwar von allen denjenigen verschie-den ist, deren Blut den rothen Farbstoff enthält, aber welchedoch mit den rothblütigen so Vieles in ihren Funktionen ge-mein haben, daß man jenen Farbstoff nicht als wesentlichenBestandtheil der Thiere ansehen darf. Er soll überall thätigsein, wo die Respirationsorgane bei den Thieren ausgebilde-ter sind. Er kommt in den Pflanzen nicht vor und kanndaher durch sie auch den Thieren nicht mitgetheilt werden;der thierische Körper muß ihn selbst produciren, und zwaraus den pflanzenartigen Nahrungsstoffcn, wenigstens bei sol-chen warmblütigen Thieren, welche nichts anderes als Pflan-zen verzehren. Wie er entsteht, ist für jetzt noch unbekannt,und diese Unkenntniß ist Ursache, daß noch ein dichter Schleierviele Funktionen des Lebens unserm Auge verdeckt.

Jener Farbstoff ist in Bläschen eingeschlossen, welche inunzähliger Menge in dem Blute vorkommen und Blutkörper-chen heißen. Er wird von den Wänden jener Bläschen zu-rückgehalten und nur in geringer Menge hier und da hin-durchgelassen, so daß zwar der größte Theil desselben vonden Blutkörperchen umschlossen und dort in einer Flüssigkeitvertheilt ist, aber ein anderer Theil auch außerhalb derselbenin dem Blutserum angetroffen wird.

Man hat allgemein angenommen, der Farbstoff komme