352 Allgemeine organische Körper.
Der Farbstoff ist zum größten Theil in den Blutkör-perchen enthalten. SchonHewson hat dies und die folgen-den Thatsachen im Jahre 1587 entdeckt *).
Wenn die Farbe des Blutes hellroth ist, so find dieBläschen biconcav. Sie reflektiren dann viel Licht und brin-gen dieselbe Erscheinung hervor, wie feine Kreide, Milchu. s. w- Ist die Farbe des Blutes dunkel, so sind die Blut-körperchen biconver, oder ihre Hülle ist so dünn, daß sie al-les Licht hindurchlafsen; oder sie sind auch ganz aufgelöstund der Farbstoff in dem Blutwasser vertheilt. Dies ge-schieht, wenn man hellrothes Blut mit Wasser verdünnt.Die Blutkörperchen dehnen sich dabei aus, werden biconver,sphärisch, die Hülle wird dünner und verschwindet endlich,wobei der Farbstoff sich in dem Blutwasser vertheilt.
Wird das Wasser nicht so lange mit den Blutkörper-chen in Berührung gelassen, sondern mengt man, sobald dieFarbe etwas dunkler geworden ist, eine gesättigte Lösungeines neutralen Salzes hinzu, so kommen die Blutkörperchenwieder deutlich zum Vorschein und werden wiederum bicon-cav. Sie contrahiren sich, oder besser, das durch das Häut-chen eingedrungene Wasser vereinigt sich erosmotisch mit derSalzauflösung, und die Farbe wird heller. Es ist klar, daß,wenn man mit dem Zusetzen der Salzauflösung zu langesäumt, die rothe Farbe nicht wieder hergestellt werden kann,weil die Häutchen der Blutkörperchen zu sehr ausgedehnt,oder gar aufgelöst und verschwunden sind. Alsdann kannKreide u. s. w. noch die rothe Farbe herstellen, wenn schonkeine Blutkörperchen mehr in der Flüssigkeit zu entdeckensind. Reibt man ein Stück Blutkuchen mit einer Salzauflö-sung zusammen, so erhält man ein hellrothes Liquidum, wel-ches, in ein Eylinderglas geschüttet, eine hellrothe Schicht