774 Verwandlung der Nahrungsstoffe in den Pflanzen.
halb des Thieres würden die im Blute aufgelösten Bestand-theile sehr bald zersetzt werden in Folge der 'den Molekülen,aus welchen sie bestehen, einwohnenden Kräfte. Diese Zer-setzung muß durch Wärme erweckt und durch die Luft unter-stützt werden, und erst dann ihre Grenzen finden, wennAlles, was darin als organischer Bestandtheil zu betrachtenist, in Kohlensäure, Wasser und Ammoniak verwandelt ist.Bevor aber diese letzten Produkte entstehen, müssen unzähligviele Zwischenstufen durchlaufen werden; die Buttersäure,welche aus Fibrin entsteht, wenn man dieses an die Luftstellt, kann unter den vielen Körpern der Art als Beispieldienen. (Wurt 2 , Journ. de Pharm. et de Chim. Aoüt1844. p. 111).
Einentheils müssen im Thierreich dieselben, anderentheilsandere Stoffe als außerhalb des Thierkörpers aus den Be-standtheilen des Bluts entstehen. Indem das Blut in einemgeschlossenen Gefäßsystem bei einer Temperatur von 37,5°und in den Lungen mit Luft in Berührung kommend imKreise herumströmt, muß alles, was fähig ist, umgesetzt zuwerden, in ven Zustand einer Umsetzung gebracht werden,und wenn dieser Zustand einmal angenommen ist, so muß erfortdauern. Das im Zustande einer chemischen Zersetzungsich befindende Blut strömt als Nahrungssaft aus den Capil-largefäßen und stößt auf Gewebe, welche gleichfalls auf37,5° erwärmt, und im feuchten und mithin in Zersetzungbegriffenem Zustande sich befinden. Fleisch aber, welches nurwenige Tage lang einer Temperatur von 37,5° und der Luftausgesetzt wurde, geht in Zersetzung über. Ebenso hat auch imthierischenKörper eineZersetzung der Muskelfasern und aller übri-gen Bestandtheile statt, wennschon diese ganz anders als außer-halb des Thierreiches sein mögen. Auf diese Weise kommt dannzersetzt werdendes Blut mit in Zersetzung begriffenen Gewe-ben in Berührung und es entsteht dadurch eine wechselseitige Zu-rückwirkung, die auf neue Veränderungen beider hinausläuft.