Nahrungsflüsstgkcit, Blut. 1061
ganzen Schaafes oder des Schaaffleisches. Der Farbstoff desSchaafbluis besitzt, nachdem er mancherlei Reinigungsoperatio-nen durchgemacht hat, noch so bezeichnend den Schaafgeruch,daß man ihn augenblicklich daran erkennen kann.
Daraus folgt jedoch nicht, daß der Geruch des Bluteseinem dem Blut eigenthümlichen Stoff zukommt; er kann sehrwohl von anderwärts aus dem Körper in das Blut übergegangensein. Nach Matteucci ist die Ursache des Geruchs eine flüch-tige Fettsäure, welche, ursprünglich mit einem Alkali verbunden,durch den Zusatz einer stärkern Säure mehr freigemacht wird.
Diese aura oder halitus sanguinis wurde ehemals alsHauptstoff des Bluts angesehen.
Sie war der Träger der Lebenskraft. Vergleicht manunsere sicher noch unvollkommene Kenntniß dcS Bluts mitsolch einer Vorstellung, so sind wir sicher doch fortgeschritten.
Die Temperatur des Bluts ist die des ganzen Körpers;man kann keinen Unterschied darin machen. Man hat wohlbehauptet (Bccquerel, Dreschet und Andere), daß dasBlut in der linken Herzkammer wärmer sei wie in der rechten,und zwar wohl um 1° bis 1°,8 C., aber, wenn dies so ist, so istdie höhere Temperatur der Verrichtung des Athemholcns zuzu-schreiben. Das Blut theilt inzwischen bei den warmblütigenThieren dem ganzen Körper eine gleichförmige Wärme mit,weil es den ganzen Körper durchströmt und beständig vonanderen zu anderen Punkten fließt. (S. Athmen).
Das spec. Gewicht des Bluts ist verschieden bei derselbenund bei verschiedenen Thierspecies. Beim Menschen ist es imMittel — 1,050 — 1,058. Bei sehr vielen Thierklassen istüber die Dichtigkeit des Bluts nichts bekannt. Im gesundenZustand ist sie nur kleinen Veränderungen ausgesetzt, größerendagegen in Krankheiten.
Als Vorbild für gesundes Menschenblut wollen wir dieZusammensetzung venösen Bluts aus einer Armadcr, wie sieDumas gefunden hat, angeben: