1078 Nahrungsflüssigkeit, Blut.
ncn daher den Gegenstand als auf demselben Standpunktstehend ansehen, auf welchem er vor einigen Jahren stand,und noch die Ansicht festhalten, daß der Farbstoff des Blutsbeim Athmen nicht verändert wird.
Mag auch noch einmal Licht darüber aufgehen, sicherwird die geringe Menge Farbstoffe, die im ganzen Organis-mus vorkommt, nimmer Rechenschaft geben von der Oxydationdes arteriellen Bluts. Ueber die Menge des Farbstoffs feh-len uns noch Bestimmungen, aber nach der geringen Mengezu urtheilen, die man aus vielen Litern Blut erhält, scheinteS nicht, daß ein ausgewachsener Mensch mehr als 8 bis 16Gramm reinen Farbstoff besitzt*). Dadurch kann unmöglichvon der Absorption von Sauerstoff und der Ausscheidung vonKohlensäure, die beständig in den Lungen statt hat, Rechen-schaft gegeben werden.
Man kann inzwischen keineswegs behaupten, daß beimAthmen gar keine Einwirkung des Sauerstoffs auf das Hä-matin statt findet, sondern nur daß nach allem, was wir ge-genwärtig wissen, die Farben-Veränderung des Blutes nichtdavon abhängig ist.
Marchand hat eine andere Betrachtungsweise über dieFarbenveränderung des Blutes mitgetheilt**). Nach ihm mußdieselbe überhaupt nicht einer chemischen Wirkung zugeschriebenwerden, sondern bloß einer mechanischen Wirkung der in demBlut aufgelösten Gase. Er gründet diese Ansicht auf einenVersuch, wobei Blut, welches Sauerstoff aufgenommen hatte,unter der Luftpumpe — also durch bloßen Verlust von Sauer-stoffgaö, keincsweges chemisch gebundenen Sauerstoffs —dunkeler wurde. Ebenso können Wasserstoff und Stickstoff,die bloß den Sauerstoff mechanisch verjagen und keine chemische