Nahruuqssiüssigkeit, Blut. 1083
welcher im Blut außer den Blutkörperchen vorkommt, als zer-setztes Hämatin, als Hämaphaein angesehen werden mag, —Bon coagulirtem oder nicht coagulirtem Hämatin kann dahernicht die Rede sein.
Scher er hat eine Wahrnehmung gemacht, die sich hieranschließt. Er dampft Blut zur Trockne ab, vermischt den Rück-stand mit starker Schwefelsäure, rührt mit Wasser an und läßtabsetzen. In der Flüssigkeit ist dann eine reichliche MengeEisensulphat. Aus der gut ausgelaugten festen Masse zieht erdurch Alkohol eisenfreies Hämatin aus, welches er Blutrothnennt, welches ich aber von brauner Farbe sah und wovonich meine, daß es mit dem Hämaphaein von Simon übereinoder demselben nahe kommt. Der Alkohol, zur Trockne abge-dampft, giebt auf jeden Fall kein Eisen, sondern der Rückstandläßt bei Verbrennen eine weiße Asche zurück, so wie dies auchfrüher Brande und Bau quelln gefunden hatten*)
Wo das Hämatin entsteht, ist nicht so dunkel, als worauses entsteht; es muß in den Blutkörperchen gebildet werden,da diese erst farblos sind und dann gefärbt werden. Leh-mann**) meint, daß es aus Fett entstehe, welches oxydirtwird. Aber der Stickstoff und das Eisen machen hierbeiSchwierigkeiten. Wir wissen es nicht.
Die Meinung, daß es durch die Leber ausgeschieden wird,indem es von Eisen befreites Hämaphaein geworden ist, istmöglicherweise richtig; aber es ist doch eben so viel Grund,um es uns im Urin zu denken; mit Sicherheit ist nichts davonbekannt.
Man hat aus dem Eisengehalt des Bluts und des Hä-matinö den Gehalt des Bluts an letzterem zu bestimmen ge-
*) Scherer in Ami. d. Chem. und Pharm. Bd. 4, S. 1. Brande in Ami. det'him. et de Phys. T. JM, i>. 52. Dauquelin in Ami-, de t’him. et dePhys. T. I, p. !>.
') Lehrb. der Phns. Bd 1, S. 314, 1820 .