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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Ncchr»ngsflüsslgkeit, Blut.

übergehe die Einzelnheiten hiervon mit Stillschweigen und ver-weise auf das, was früher darüber mitgetheilt ist.

Die Zusammensetzung des Eiweißes aus Blutserum, ausnäheren Versuchen abgeleitet, ist folgende:*) (6 75,12Vergl. Eiweiß aus Eiern p. t 022 .)

C 53,4II 7,1N 15,6O 22,3S 1,3P 0,3

Ebenso wie bei Fibrin und andern Protcinverbindungcnist derSchwefel als SN 2 Hi und der Phosphor als P 2 N 2 H 4darin vorhanden. Es kommt auch hier zuweilen ebenso vielPhosphor als phosphorsaurer Kalk mit dem Eiweiß verbun-den vor**).

Nach Hoffmann" kann Albumin aus Blut in Caseinverwandelt werden. Er legte ein quadratzoll-großes Stückder Schleimhaut des Darmkanals von einem Kalb in hellesBlutserum, welches in einem Cylindcrglas enthalten war, beieiner Temperatur von 30« bis 45«. Nach acht Tagen hattesich in der untern Hälfte der Masse ein Coagulum gebildet;die überstehende Flüssigkeit, die nicht mehr alkalisch, sondernsauer reagirte, wurde durch Kochen nicht mehr cvagulirt, rochjedoch nach Käse und setzte beim Erwärmen eine weiße Hautan der Oberfläche ab. Das Coagulum soll aus Caseinund Fibrin bestehen.

Nach Wurtz^" wird Fibrin, in etwas Wasser vertheilt,bei Sommer-Temperatur in acht Tagen in eine Flüssigkeitverwandelt, die nach stinkendem Käse riecht und beim Erwär-

*) Scheik. Onderz. Deel IV. p. 226.

**) Scheik. Archief. Deel VI. p 6?.

+) Ann. d. Chem. n. Pharm. Bd. 46, S. 118 .ff) Ann. dc chim et de phvs. I II. p 2.53.