Buch 
Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
Seite
1104
JPEG-Download
 

1104

Nahrungsfliifsigtelt, Blut.

saurer Reaction, und läßt beim Verbrennen eine! Kohlezurück, die nicht sauer, sondern alkalisch reagirt.Es ist also keine Phosphorsäure in diesem Fett, aberein Theil wenigstens scheint verseift zu sein. Durch Digestionmit Kali wird nur ein Theil aufgelöst, aber das Ungelöste istdoch verseift, denn beim Verkohlen läßt es eine alkalische Kohlezurück. Aus Alkohol kann das ungelöst gebliebene Fett, nachEntfernung des Alkali's durch Salzsäure, in Nadeln krystalli-siren.

Die aufgelöste fette Säure, durch Salzsäure von demAlkali getrennt, schmilzt bei 100° nicht, aber nach Auflösungin Aether bleibt sie als Oeltröpfchen zurück, die, mit Wasserbefeuchtet, wieder fest und pulverförmig werden.

Boudet hat aus eingctrocknetcm, mit Wasser gut aus-gezogenem Blut durch kochenden Alkohol einen Fettstoff abge-sondert, den er Serolin nennt. Er besteht aus perlmutter-glänzenden, bei 36° schmelzenden Krhstallblättchen, und wirddurch Alkalien nicht verseift und beim Erhitzen größtentheilssublimirt, wobei zuletzt Ammoniak auftritt. In Alkohol soller wenig löslich sein.

Aus dem erkalteten Alkohol werden durch Verdampfenverschiedene Fette erhalten. Verdampft man zur Trockne undzieht den Rückstand mit Alkohol von 0,83 kalt aus, so bleibtein weißes pulverföcmiges phosphorhaltigeö Fett zurück.

Die kalte alkoholische Lösung giebt beim VerdampfenBlättchen von Cholestcrin, demselben fettartigen Körper, der inder Galle gefunden wird. Ferner scheiden sich aus dem Al-kohol Margarinsäure und Oelsäure aus, zum Theil auch mitAlkali verbunden.

Nach Lecanu und Deniö wird kein phosphorhaltigesFett mit dem coagulirten Eiweiß des Bluts verbunden gefun-den, aber wohl in Verbindung mit den Blutkörperchen. Einphosphorhaltiges Fett von der Art, wie es im Gehirn vorkommt,hat Gobley im Eidotter nachgewiesen und darin Phospho-