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Nahrmigsflüffigkcit, Blut.
gar darauf. Ich will bloß die nützliche Wirkung anführen, welchebei Ansteckungskrankheiten bei Erwachsenen vom Salpeter, beiKindern vom Calomcl wahrgenommen wird. Worin andersliegt diese Verschiedenheit, als in der Verschiedenheit des Orga-nismus? Und welches ist die eigenthümliche Wirkung vonSalpeter, von Calomcl? Worin besteht ihr Chemismus?Welches ist die Wirkung von gerbsäurehaltigen Stoffen alssogenannte stärkende Mittel? Wie stillt Schwefelsäure Blut-flüsse, wie wirkt Phosphorsäure der Erschlaffung gewisser Ge-webe entgegen und vermehrt ihren Tonus?
Wenn doch auf diese Fragen Antwort gegeben werdenkönnte, die nicht ganz und gar unbefriedigt ließe: ganz imDunkeln befinden wir uns hinsichtlich dcS Chemismus der sowirksamen Pflanzenalkaloide und der unabsehbaren Reihe an-derer arzneilich wirksamer Stoffe, so wie mancherlei Körper,die auf den Organismus einen Einfluß ausüben und in aller-lei organischen Substanzen gefunden werden, die man alsNahrungS- oder Heilmittel benutzt. Selbst bei den unorgani-schen Stoffen wissen wir fast nichts darüber, welche Verän-derungen sie in dem Organismus hervorbringen, ungeachtetaste, welche nicht als normale Bestandtheile des Organismusbekannt sind, in größerem oder geringerem Maaße stark spre-chende LebenSerscheinungcn zu Wege bringen. Man weiß sieinzwischen zu finven und bei den Meisten selbst die kleinstenMengen nachzuweisen.
Nicht so glücklich ist man in Bezug auf viele normaleBlutbestandtheile, die man zwar vermuthen, sogar mit großerWahrscheinlichkeit als anwesend betrachten kann, aber derenGegenwart im Blut noch auf keine Weise hat nachgewiesen werdenkönnen. Außer Fibrin, Albumin, Globulin, Hämatin — Caseinvielleicht — außer den zwei Oryproteincn, Milchsäure, Chole-sterin, Harnstoff, Zucker, Dcrtrin — auch Amplum sofern es imungelösten Zustande genossen ist — verseiften und unverseiftenFetten und unbestimmten erlractartigen Stoffen — kennt man