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Nahrungsflüssigkcit, Blut.
schein kommt. Die von Marchand angegebenen Mengensind etwas größer, als die von Regnault und Reiset(siehe S. 1153.) Aus Versuchen von Dulong und Des-pretz war es schon wahrscheinlich gemacht und durch Versuchevon Valentin und Brunner — die jedoch falsch berech-net sind — noch näher gelegt, daß Stickstoff beim Athmenfrei wird; sie vernachlässigten jedoch die kleine Veränderungin der Menge des Stickstoffs, die sie Hiebei fanden, da sieihnen zu klein schien um in Rechnung gebracht zu werden.Was Valentin und Brunner davon zu finden meinten,fällt indessen fast vollkommen mit dem von Regnault undReiset gefundenen überein, namentlich daß im Mittel0,402 % in Volumen an Stickstoff ausgetrieben wird, wenndie Menge des aufgenommenen Sauerstoffs gleich 100 gesetztwird.
Daß jedoch in der Regel kein Stickstoff aus der Atmo-sphäre beim Athmen der Thiere aufgenommen und in derthierischen Haushaltung verbraucht wird, ist gegenwärtig all-gemein bekannt. Regnault und Reiset sahen bei derVerhungerung Stickstoff aus der Atmosphäre aufgenommenwerden, eine Erscheinung, die wirklich von Wichtigkeit wäre.
Für Thiere, die ausschließlich von Pflanzennahrung le-ben, hat Boussingault *) diese Frage noch näher durchVersuche beantwortet, die er mit einer Kuh und einem Pferdeanstellte. Sie wurden einen Monat vor dem Versuche mitder Nahrung gefüttert, welche sie während des Versuches neh-men sollten, und die Versuche selbst drei Tage fortgesetzt.Vor und nach dem Versuche wurden die Thiere gewogen undihr Gewicht unverändert gefunden. Auch das Futter und derTrank wurden gewogen und kleine Mengen derselben analy-sirt; beim Wasser die darin aufgelösten Salze bestimmt, beimFutter 6HN und O und die unverbrennbaren Bestandtheile.
') Ann. de Ch. et de Phys. Tom, 61. pg. 113,