Buch 
Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
Seite
1167
JPEG-Download
 

Nahrungsflüssigkeit, Blut. 1107

moniak darin angezeigt und man kann sich von der An-wesenheit desselben leicht überzeugen. Man athme nur einigeZeit durch verdünnte Salzsäure aus und übersättige diese mitKali. Es entwickelt sich Ammoniak, das aus bekannte Weisenachgewiesen wird.

Die Schnelligkeit und die Masse, in welcher viele flüch-tige Stoffe, wie Fuselöl, Spirituosa , Campher u. s. w. ausdem Blute verdampfen, beweisen die Möglichkeit der Ver-dampfung dieser Stoffe aus dem Blute durch die austretendeKohlensäure und das verdampfende Wasser und also auch dieAnwesenheit dieser Stoffe in dem Blut. Alkoholdämpsewerden auch im reichlichen Maaße aus dem Blute durch dieLungen entfernt.

In den Luftwegen, besonders bei alten Leuten, wirddann und wann ein schwarzer pulverförmiger Stoff abgesetzt,der fuligo respirationis genannt ist. Man hat ihn für Kohlegehalten, aber da keine Versuche damit angestellt waren, leg-ten viele mit Recht keinen Werth aus diese Meinung. Mel-fe n s *) hat die Stoffe näher untersucht, und in der That dieMeinung, daß es Kohle sei, unterstützt. Die Stoffe wurdenmöglichst gereinigt und gaben bei der Analyse verschiedene Re-sultate. Einmal 96,61 °/ 0 C., ein andermal 89% und 70%Wasserstoff und Stickstoff kamen stets darin vor. Nehmenwir den höchsten Gehalt an Kohlenstoff, 96,61, dann wirdman in der That zu der Meinung verführt, daß es Kohleist, die noch einige organische Stoffe zurückgehalten hat. VieleReactionen kamen auch mit der von Kohle überein. Dieorganischen Stoffe, die damit gemengt sein müssen, die des-halb dann und wann den Kohlenstoffgehalt herunter drückenmüssen, sind Schleim der Luftwege, Speichel und Epithelium-zellen, u. s. w.

Mit vollkommener Sicherheit ist es noch nicht ausgemacht,

*) Comptes Rendus. Tom. 19 p. 1292 u. Guilloz ibid. pg. 1291.