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Grundriss der Färberei und des Zeugdrucks / J. B. Vitalis
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(Atomen, Llolecules) der Materie eigene» Kraft ab, derman den Namen chemische Anziehung beilegt.

Man muß also die chemische Anziehung als eine Kraftbetrachten, welche beständig dahin wirkt, die Grundtheilche»der Körper, welche getrennt sind, einander zu nähern, undjene, welche schon miteinander verbunden sind, mit mehr oderweniger Kraft in einer sehr geringen und bestimmten Ent-fernung von einander zu halten. Ich sage in einer bestimmtenEntfernung; denn die Verminderung des Raumes, die beiallen Körpern stattfindet, wenn ihre Temperatur sinkt,beweist, daß es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischenden integrirenden Theilen oder den Bestandtheilen derselbengibt.

Die Anziehung äußert sich entweder zwischen Grund-thcilchcn von gleicher Natur, oder von verschiedenerNatu r. Im ersten Falle heißt sie Cohäsio n, im zweitenVerwandtschaft (Affinität).

Die Cohäsion ist also die Kraft, welche die integrirendenTheile eines Körpers, die alle von gleicher Natur sind, zu-sammenhält oder zu verbinden trachtet. Diese Kraft stehtim Verhältniß mit der Gewalt, welche nöthig ist, um dieVerbindung der Grundtheilchen aufzuheben; sie ist folglichunbemerkbar bei jeder elastischen luftartigen Flüssigkeit, z. B.bei der atmosphärischen Luft, die wir einathmen; sie istsehr schwach bei den Flüssigkeiten, und mehr oder mindergroß bei den festen Körpern, je nachdem sie einen größerenoder geringeren Widerstand gegen die Trennung ihrer Theileleisten.

Die Cohäsion findet nur zwischen jenen Grundtheilchenstatt, welche einander sehr nahe liegen.

Die Cohäsion ist immer ein Hinderniß für die Verbin-dung, und diese hat sogar nie Statt, wenn die Cohäsiongrößer ist als die Verwandtschaft. Daraus folgt, daß manoft gezwungen ist die Cohäsions-Krafc zu zerstören, um dieKraft der Verwandtschaft zu begünstigen; und dazu gelangtU'an: erstens durch mechanische Mittel, indem man die Kör-per der Wirkung der Feile, deö Hammers, des Stößels re.