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Sciagraphia artis tignariae, oder nutzliche Eröffnung zu der sichern fundamentalen Holz-Verbindung, bey dem Gebrauch der unentbehrlichen Zimmermanns-Kunst / von Johann Jacob Schübler
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Meister nicht also gelernet hat, sich ein Blendwerck machen lasset, sondern er erFennet im Gegentheil, was massen sich die Realität nicht an die Opinion zu fehren,und wie die alten fundamentalen Subjecta sind gesinnet und bemühet gewesen, alswelche die artes mechanicas gleichsam mit einem nodo Gordio, ich will fagen, mit demohne vieles Nachfinnen unauflößlichen Band des geometrischen Zusammenhangs aller mitwürckenden Reguln vest verknüpffet haben. Democrates, der die Mauren zuAlexandria aufgeführt, Spintarus Corinthius, der den Tempel der Dianæ zu Ephefozu Ende gebracht, ingleichen Meleagene, so der Minervæ Tempel zu Priena angegeben, ja Hermogenes, so den Tempel Junonis Magnefiæ erfunden, und Zenodorus,so zu Pergamo das köstliche Pflaster angeordnet, beståttigen mit ihren Wissenschafftensolches, und zeigen was Caffiodorus ein Römischer Raths Verwander dißfalls gesagt:Was vollkommen werden soll, muß mit Aufmerksamkeit erzeugt werden. Und über diesses füget er hinzu, wie nemlich kein Stand in der Welt seye, der nicht durch die Wisssenschafft der freyen Künsten gezieret werde; dahero billig jederman denen Künften biß zurauffersten Dignitat soll beförderlich seyn, wobey also unumgänglich einer von dem ansdern lernen müsse. Es mögen dahero sowohl die Erfahrensten als unerfahrensten Ar-chitecti, wie nicht weniger alle zum Bau benöthigte Subfidiarii und Werckl eute, wiesie Namen haben, nicht scheel sehen, wenn man also noch heute täglich zu den beskannten Grund- und Lehr Sägen, noch stets mehrere aufsuchet und hinzufüget: dennKunst ohne Grund aus der Natur ist nichts, obschon im gewissen Verstand auch die KunstDie Natur zu übersteigen suchet, und so zu reden mächtigere Schein Dinge als die Nastur selbsten zu Gesichte bringet, und so zu reden das Werck ausmacht, oder den raushen Diamant ohne Glanz hell polieret, das ungeschmolzene Gold und Silber reinisget, Geld daraus präget, und tausenderley künstliche Gefäse, und herrliche Brillirunsgen daraus machet, ja unter andern Erempeln die schlechte natürliche Wolle und Seisde vernünfftig spinnet und verweben lässet, das Holz zierlich in Bild- und SchreinersWerck verarbeitet, ins Grosse aber bey dem Zimmer Werck nach den Reguln der Sta-tic und Mechanic vortheilhafftig gegen einander strebet, die Lasten unterstüzet, Lagerdaraus machet, und selbiges zur Bedeckung anwendet, ja in unzehlichen Fällen künstlich mit einander verknüpffet, nach den Kräfften und Wissen eines jeden Werckmanns,und den Umständen der Invention bey der Bauung selbsten. Es schämete sich dahesro der weise Salomon selbsten nicht 1. Reg. V. 6. gegen dem König Hiram zu bekennen,daß er Cedern und Dennen Holz aus Libanon nöthig håtte, und wie niemand bey desnen Ifraeliten solches Holz zu hauen, als wie die Zidonier geschickt wären, wie in dem1.Sam. XIII. 20. gedacht wird, daß der Ifraeliten Feinde die Philister so gar ihre PflugSchaaren, Hauen, Beil und Sensen, haben scharffen müssen. Ja da der WundersMann Mofes Anfangs selbsten keine Schande achtete zu seyn, in aller Weißheit derEgyptier sich unterweisen zu lassen; also dörffen auch wir uns nicht schämen, wenn wirum der Bau- Kunst- Regul halber, uns in denen Reliquien umsehen, wovon ich untenan seinem Ort einige geometrische Muster zeigen, und mit genugsamen Exempeln besweisen werde, was aus einem Cono, oder vielmehr vieleckigten Pyramide zu evolvi-ren seye, und wie viele mögliche Idéen damit verknüpffet sind, welche zur Erfindungneuer Figurirungen auf geometrische Weise, Mittel und Data an die Hand geben, etswas unbekanntes aus dem innersten der Möglichkeit heraus zu holen. Was demnachfeinen zureichenden Grund hat, das muß zur Möglichkeit können gebracht werden, obman schon die Weise, das Gesuchte zu erhalten, nicht gleich an der äussern Schaaleneiner jeden Frucht absehen kan: Denn so wenig Gewißheiten wir uns noch heut zuTag von denen in vorigen Zeiten üblichen Vortheilen vollständig zu versichern haben,weil unser Finden nur Stückweiß gehet, und wir also vom Hören zum Suchen, vomFinden zum Nachstreben und Anhalten, uns untereinander aufzumuntern verbundenfind, so mag uns unter andern auch die Nachricht, so für einigen Zeiten aus der Landsschafft Thebais, so man Sayd nennet, mit einem entdeckten Tempel und Wunders

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Pallast,