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Latten- Werck gar leicht zurecht kommen, und die flachen Wölbungen von einem Arm biß zumFig. 421. andern ausführen kan, dahero möget ihr in Fig. 421. die hölzern angezeigte Strecklinge mit ihren doppelten Streben bey GG. und GGG. erwägen, und in übrigen die Verknüpfung der daben zu Schulden kommenden Geländer Poftamenter nach Gefallen anbringen, wie es euer Guftogut heiffen wird, massen diese Dinge auf unzehliche Weise fich verändern lassen, und in Betrach,tung deffen von mir auch das Geländer Stück von G. nach D, und von D. nach C. nur als einErinnerungsZeichen angebracht, daß man bey dem ersten Anblick Fig. 420. fich ein Conceptmachen möge, wie die Arme bequem können Geländerförmig mit einander verbunden werden.§. 284.
Im Fall ihr aber diese Treppen durchaus mit Steinen aufführen wollet, so bedencket vorshero, ob ihr in dergleichen Wölbungs. Art euch mit genugsamen Begriffen ausgerüstet befindet; massen so fern ihr noch keine solche in die Runde herum Schneckenförmig aufsteigendeStiegen modelliret, oder deutlich begriffen habet, wie diese runde Treppen, so da gleichsam inder Lufft aufgehänget scheinen, zu machen seyn, bey welchen in der Mitte gar keine Spindel zufinden, sondern alles hohl und leer bleibet, und dadurch eben verwundersam anzusehen sind, wo-von ihr im Davilers Vignola plange 66. die mit P. bezeichnete Stiege, unter dem Titul: EfcalierFig. 420. jour ou Vis fufpendiie nachsehen möget: so wird euch auch meine in Fig. 420.& 421. iwar mit421. Armen noch aneinander hangende Stiege ebenfalls schwehr zu wölben ankommen. Ich schlüssedahero ben meinem gegenwärtigen Vortrag, daß man meine Worte und Figuren wohl erwägenwolle, dann es wird zu einem vollständigen Begriff dieses meines dermahligen Werckes mehrals das Durchlesen und Durchblättern der Figuren erfordert, indem ein jegliches Wort mitdem Concept der Figuren harmoniret, durch welches etwas fan begreifflich gemacht werden, undauf gleiche Weise mit überlegen besorgt werden muß, sowohl in dem Gemüthe deffen der da resdet, und vorzeichnet, als auch deffen so da zuhöret, und das vorgewiesene anschauer: Also übersgebe ich diese meine neue Inventionen zur unparthenischen Beurtheilung, und eines jeden will.kührlichen gründlichen Verbesserung, und vollständigen Intuitiven Erfantniß.d
§. 285.
Tab. 44.Wegen der letzten Tabelle dieses Buches aber füge ich Tab. 44. als ein Supplement beŋy/ alsn von Dächern unter der vorgestellten Figur 441,445,447,448Fig. 441. auf welcher 6. gange neue445-447. 451, und 454. enthalten sind. Da nun aber dieser Dächer wesentliche Flächen sich aus einem448.451. Cylindro recto, nach Anzeig des Cylinders Fig. 424. und 425. feciren lassen, und über dieses nach& 54. Vermög Fig. 426, 427,428,429,430, und 431. fich so wohl die Figur des Tonnen- Creuz, undCloster Gewölbs aus eben diesem Cylinder schneiden låffet: Also hätte ich euch wegen dieserCylindrischen Section viel zu sagen, wie nehmlich die Tonnen- Creuß- und Eldster- Gewölber, nesben den sechs neu, von mir erfundenen Flächen aus einem Cylindro recto zu schneiden, und wienachgehends ihre wesentliche Flächen an allerhand Gebäuden nugbar und practicabel zu machenftehen, weil aber hierüber eine vollständige Erklärung zu geben nöthig ist, wie und auf wasWeise diese Dächer vor denen bißhero eingeführten bequemer seyn können, ja wie man gangfremde Idéen der Gebäude, so wohl bey viereckigten, runden, Ovalen, als auch gemischten Fisguren könne habhafft werden, zu dieser Erklärung aber weit mehr andere Figuren erfordertwerden, als in der gegenwärtigen Tab. 44. enthalten sind, und über dieses jene zu diesen Dãochern zu erklären benöthigte Figuren zugleich die gangen Gebäude vorzuweisen, mit begreiffenmüssen, ein solcher Vortrag aber eigentlich nicht zu der practischen Zimmermanns Kunst geboret, sondern vielmehr zu der Civil- Bau Kunst mag referiret werden: Also will ich, wenn GOttLeben und Gesundheit verlenhet, so bald als möglich dieser besagten 6. neuen Dacher Applica-tion, Gebrauch, Nugen, Zierlichkeit, Variation und Combinirung bey allerhand Zier Lust, undNuz, Gebäuden einen Vortrag machen.§. 286.
Inzwischen recommendire ich allen jungen Liebhabern der Zimmermanns BausKunst alles dasjenige, was ich in dem gegenwärtigen Werck euch mit genugsamerDeutlichkeit und vielen Rissen zu kosten gegeben habe, und ersuche, daß man in Nachmachung aller Figuren, wo möglich bey der Ordnung verbleiben möge: Denn wo Aufmercksamkeit, natürliche Geschicklichkeit und Wissenschafft die Füsse auf den Kunst- Pfadder Bemühung zusamm setzen, so gehet das Vollbringen einer begehrten Sache fort, wiees gehen soll; denn durch Nachdencken und Erfahrungen hat man mit Stahl und Eissen aus den harten Steinen, Funcken geschlagen, und endlich mit Hülffe einer brennensden Materie Feuer machen lernen, welches man alsdann zu tausenderley Nuzbarkeitenangewendet hat. Kehret euch dahero ihr jung- angehende Werck und Zimmerleute
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