Ultenit. — Ultramarin. 5
Braconnot dem Leinsamenschleim sehr ähnlich. Die Asche hatdie unter (I.) angegebene Zusammensetzung. Nach Sa nie finden sichauf der Rinde in der Umgebung des primitiven Bastes Krystalle vonKalkspath. Die Rinde alter Ulmen schwitzt zuweilen schleimige odermoderartige Substanzen aus; Vauquelin untersuchte eine weisse Sub-stanz der Art, welche auf 60,5 organische Substanz 34,2 kohlensauresKali, 5,0 kohlensauren Kalk und 0,3 kohlensaure Magnesia enthielt.Nach Kla proth enthielt eine schwarzbraune Ausschwitzung einen eigen-thümlichenPflanzenschleim (Ulmin von Klaproth); Braconnot unter-suchte eine gelbliche gallertartige Ausschwitzung und fand darin neben85 Wasser 8 Kalkcarbonat, 3 eigenthümliche gallertartige Substanz,weiter Gummi, Pektin, Kalisalze u. s. w.
Die Blätter der Ulme sollen Bitterstoff enthalten; Kellermann 1 )will nach einem geheim gehaltenen Verfahren einen gelben Farbstoffdaraus darstellen; und ebenso sollen die Blüthen zur Zeit, wenn dieKnospen sich röthen, ehe sie vollständig offen sind, einen rothen undeinen grünen Farbstoff enthalten. Diese Farbstoffe sollen für Färbe-reien verwendbar sein.
Unter II. ist dann die Zusammensetzung der Asche des Holzesangegeben nach Wrightson 2 ):
I. II. I. II.
Kali.2,2 21,9 Phosphorsaures Eisenoxyd 1,2 1,7
Natron.10,1 13,7 Phosphorsäure.1,2 2,8
Kalk. 72,7 47,8 Schwefelsäure.0,6 1,3
Magnesia .... 3,2 7,7 Kieselerde.8,8 3,1
Fe.
Ultenit wurde eine im Ultenthale in Tyrol vorkommende Ge-birgsart genannt, welche ein krystallinisches kleinkörniges schiefrigesGemenge aus vorherrschendem Granat, Disthen und wenig Glimmerdarstellt. K.
Ultramarin, Blaues Ultramarin, franz. outremer; engl.ultramarine. Die unter diesem Namen bekannte blaue Farbe enthältals Hauptbestandtheile Kieselsäure, Thonerde, Natron und Schwefel.Die Einen wie z. B. Ritter 3 ) betrachten sie als ein Natron-Thonerde-Silicat verbunden mit Mehrfach-Schwefelnatrium und dem Natronsalzeeiner Säure des Schwefels, Andere hingegen nehmen darin neben demNatron-Thonerde-Silicat nur Natriumpolysulfuret an.
Ultramarin kommt in der Natur in mehreren Mineralien vor,welche ihre blaue Färbung ihm verdanken und, die charakteristischeEigenschaft haben, beim Uebergiessen mit Salzsäure unter mehr oderweniger bemerkbarer Entwickelung von Schwefelwasserstoff Kiesel-gallerte abzuscheiden wie Nosean, Hauyn und insbesondere Lasurstein,welch letzterer mit Kalkstein verwachsen und mit Eisenkies gemengtin Sibirien, Tübet, China und Südamerika an der Cordillere von Ovallegefunden wird. Hin und wieder finden sich an den Wandungen vonNatronsulfatöfen und Kalköfen lasursteinähnliche Massen. (Die Ana-lysen der Mineralien S. 7.)
J *) Dingl. polvt. J 0 u ra . Bd. CLII, S. 379; Chem. Oentralbl. 1859, 8. 446. —) Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. LIV, S. 341. — 8 ) Ueber Ultramarin. Inaugural-dissertation. Göttingen 1860.