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Neunter Band.
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28 Upas Radja. — Upas tieute.

rung, welche die oben angeführten pflanzlichen Zusätze vermitteln, istnach van Hasselt unrichtig.

Nach dem letztgenannten Autor gehört Upas Antjar zu den Rücken-marksgiften, während Kölliker und Pelikan bei ihren Versuchen,die sie mit Upas Antjar anstellten, welches sie von van Hasselt er-hielten, als erstes Symptom oft schon nach 5 bis 10 Minuten erfol-genden Stillstand des Herzens und bald darauf schnelles Erlöschender Muskel- und später der Nervenreizbarkeit beobachteten. Nach den

übereinstimmenden Beobachtungen vonDelille, Magendie, Andral, tPelletier und Caventou, welche van Hasselt zu bestätigen Ge- I

legenheit hatte, wirkt das Gift injicirt zu 1 / i Gran auf Kaninchen, zu*/ 2 Gran auf Hunde, und zu 4 bis 6 Gran auf grössere Thiere (Büffel) jtödtlich. Auch vom Magen aus wirkt es tödtlich, erfordert aber dannwie es scheint grössere Dosen. G.-B. v

Upas Radja, Upas Tieute, auch Upas Tjettik und inHinterindien als Sung-sig (Dolchgift) bezeichnet. Dieses Pfeilgiftwird aus den in Scheiben geschnittenen jüngeren Wurzeln und derRinde älterer Wurzeln von Strychnos Tieute einem Strauche in denWäldern Javas bereitet, und zwar durch einstündiges Abkochen unterZusatz verschiedener minder wesentlicher Ingredienzien.

Frisch bereitet ist es bräunlich-schwarz, im trockenen Zustande h

dem Opium ähnlich, es schmeckt bitter, ist zum grössten Theil in Al- &

kohol löslich, und enthält nach den Untersuchungen von Pelletier e;

und Caventou als wirksame Bestandtheile Strychnin und Brucin. g

Nach den Versuchen von Horsfield und Mayer wirkt das Gift ge- t

rade so wie das frische Extract von Strychnos Tieute, so dass also -|

auch hier die Zusätze ftir die Wirkung der Gifte unwesentlich er- dscheinen. di

Upas Tieute gilt in Ostindien für das stärkste und gefährlichste oiPfeilgift (daher der Name Radja, fürstlich).

Horsfield, der die Bereitung der ostindischen Pfeilgifte zuerst v (näher kennen lehrte, hat manches als Fabel bezeichnet, was früher da- kvon erzählt wurde, so namentlich den Zusatz von thierischen Stoffen, wiedes Speichels von Platydactylus guttatus und anderer Gekkones. Die k<Pfeilgifte werden gewöhnlich, so wie sie fertig sind, auf die Pfeile ge- S

strichen, zum Theil aber namentlich auf Java in kleinen mit einem L

Blatte verschlossenen Bambusbüchschen, auf Borneo in zusammen- 8e

gerollten mit Cocosfasern umwickelten Palmblättern aufbewahrt. Der di

Volksglaube betrachtet 2 bis 3 Jahre als die Grenze ihrer Wirksam- t!

keit, doch lassen sie sich, wenn sie vor Feuchtigkeit geschützt auf-bewahrt werden, 10 Jahre und länger wirksam erhalten, obgleich sie inallerdings an Schnelligkeit der Wirkung allmälig verlieren. Die Upas- Ü

gifte werden nur auf Pfeile von Bambus oder Palmholz, auf Java Pe- di

ser, Malayisch Sompit genannt, welche aus Blaserohren, Sompitan, s igeschossen werden, gestrichen. li<

Gegen Verwundungen mit vergifteten Pfeilen gebraucht man inOstindien die Zwiebel einiger Amaryllideen, Crinum asiaticum und ' vCrinurn moluccanum, welche emetisch und diaphoretisch wirken. G.-B. "

Upas tieute, Upas

tikel.

Tjettik siehe den vorstehenden Ar- s e