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Neunter Band.
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Uran. 31

Uelleicht getrocknet C I 6 H 9 N 5 0 1 4 . Die Uramilsäure bildet sich beim Er-hitzen von Uramil mit verdünnten Säuren oder Alkalien indem dieseshier unter Abscheidung von Ammoniak Wasser aufnimmt: 2.C 8 H 5 N 3 0 6-f- 3 HO = Ci 6 HjoN 5 Oj 5 —j— Nffj. Zur Darstellung von Uramilsäurelöst man Uramil in kalter Schwefelsäure, setzt etwas Wasser bis zuranfangenden Trübung zu, und kocht dann unter Ersetzung des ver-dampften Wassers bis die Lösung nicht mehr durch Wasser fällbarist, worauf zum Krystallisiren abgedampft wird. Die Uramilsäure bil-det sich auch, wenn thionursaures Ammoniak in wässeriger Lösungmit Schwefelsäure .versetzt erhitzt wird; es bildet sich hier zuerstUramil, welches dann in Uramilsäure übergeht.

Die Uramilsäure bildet seidenglänzende Nadeln oder wasserhellestark glänzende vierseitige Säulen, die sich in 6 bis 8 Tliln. kaltemund in 3 Thln. heissem Wasser lösen, die Lösung ist schwach sauer.Die Krystalle röthen sich schwach bei 100° C.; sie lösen sich ohneGasentwickelung und Schwärzung in concentrirter Schwefelsäure undin Salpetersäure; beim Kochen mit letzterer entwickelt sich salpetrigeSäure, die dabei entstehende Lösung giebt beim Abdampfen weisseKrystalle, die sich in wässerigem Kali lösen, durch Essigsäure aberwieder daraus gefällt werden.

Beim Kochen von Uramilsäure mit verdünnter Salzsäure oderSchwefelsäure bildet sich Alloxantin; nach Gregory entsteht zuerstDialursäure, welche bei Luftzutritt theilweise in Alloxantin übergeht.

Die Uramilsäure giebt mit Ammoniak und den eigentlichen Alka-lien krystallisirbare lösliche Salze, welche durch Essigsäure gefällt wer-den. Auf Zusatz von Ammoniak fällt die Uramilsäure die Baryt- undKalksalze; der dicke weisse Niederschlag ist in viel Wasser löslich.Aehnlich fällt das uramilsäure Ammoniak auch Silberlösung, der Nie-derschlag enthält 64 Proc. Silber. Fe.

Uran, Uranium, Uraniummetall, ein zu den Me-tallen gehörendes Element, welches sich in vielen Beziehungen demEisen und Nickel und dem Chrom nähert. Symbol U (zuweilen Ur);Atomenzahl 60,0 oder 750,0; früher hatte Arfvedson die Atomzahlzu 217 (2711) bestimmt, indem er das Oxydul (UO) für reines Metall,und die Verbindung U 3 0 4 für Oxydul hielt, welchen Irrthum Pe-ligot zunächst nachwies (s. unter Atomgewichte, 2. Aufl. Bd. 11,1,S. 506).

Klaproth 1 ) bemerkte 1789 zuerst in der Pechblende dann auchin anderen Erzen ein eigentlnimliches Metall, welches er nach demPlaneten Uranium nannte; Kichter 2 ), Buchholz 3 ), Lecanu 4 * ),Brande 6 ), besonders Berzelius 6 ) und Arfvedson 7 ) untersuchtendie Uranverbindungen näher. 1840 fand Peligot 8 ), dass der als me-tallisches Uran betrachtete Körper Uranoxydul ((JO) sei; er stellte zuerstUranmetall dar und bestimmte dann das richtige Atomgewicht des Me-

i) Beiträge zur chemischen Kenntniss der Mineralkörper Bd. II, S. 197. —

2 ) Uraniumkönig; Neue Gegenstände der Chemie Bd. I, S. 1; Bd. IX, S. 36. —

3 ) Gehlen’s n. aligem. Journ. d. Chem. Bd. IV, S. 17 u. 134. — 4 ) Schweigg. Journ.

Bd. Xl.IV, S. 35. — 5) Quart. Journ. of Scienc. T. XIV, p. 86; Schweigg. Journ.

Bd. XIV, S. 1. — 6 ) Poggend. Annal. Bd. I, S. 359; Berzel. Jahresber. Bd. XXII,

S. 116. — 7 ) Poggend. Annal. Bd. I, S. 245. — 8 ) Annal. de chim. et de phys.

[3.] T. V, p. 5; T. XII, p. 1249; Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. XU, S. 141;

Bd. XLIII, S. 255; Journ. f. prakt. Chem. Bd. XXIII, S.494; Bd. XXIV, S. 442,