Uranoxydhydrat — Uranoxydsalze. 47
Verdünnte Salzsäure oder Schwefelsäure wirken wenig auf dasOxydoxydul ein; ini concentrirten Zustande lösen diese Säuren es un-verändert; Salpetersäure löst es unter Bildung von Oxydsalz. Wird( lie Lösung von Uranoxydoxydul in Säuren mit Wasser verdünnt undrcflt Ammoniak gefällt, so entsteht ein Niederschlag von graugrünemUranoxydoxydulhydrat; dieses löst sich wenn in der Kälte ge-fällt leicht in verdünnter Säure; kohlensaures Ammoniak entzieht ihm•fäs Uranoxyd, braunes Uranoxydulhydrat zurücklassend. Wird dieLösung des Uranoxydoxyduls in Schwefelsäure mit Weingeist versetzt,So scheidet sich schwefelsaures Oxydulsalz ab, während Oxydsalz ge-fäst bleibt; ebenso verhält sich die Lösung des Uranoxydoxyduls inSalzsäure bei Zusatz von Schwefelsäure und Weingeist.
Das Uranoxydoxydul wird häufig bei Analysen direct erhalten,Und dann aus seinem Gewicht die Menge anderer Uranverbindungen be-lehnet. Reines Uranoxydoxydul so wie auch gemahlene Pechblendedienen als sehr feuerbeständige schwarze Farbe zum Malen unter derGlasur auf Porcellan (s. unter Thonwaaren Bd. VIII, S. 783).
Schwarzes Uranoxydoxydul.
Formel: 2U0.U 2 0 3 oder U 4 O 5 . Dieses Oxyd ist nach Peligotand Drenkmann eine eigenthümliche Verbindung, nach Bammels-berg und Ebel men nur ein Gemenge von grünem Oxydoxydul mitUranoxyd. Das schwarze Oxydoxydul bildet sich beim starken Glühendes grünen Oxydoxyduls und raschem Abkühlen bei möglichstem Luft-abschluss.
Es bildet sich auch beim heftigen Glühen von salpetersauremUranoxyd oder von Uranoxyd-Ammoniak, so wie beim starken Glühendes nach W ö hl er’s Methode dargestellten Uranoxyduls an der Luft.
Das schwarze Uranoxydul wird, wenn es nicht zu dicht ist, durchlängeres Glühen an der Luft oxydirt; gegen Säuren verhält es sichähnlich wie das grüne Oxyduloxyd.
Die schwarze sehr feuerbeständige Farbe, welche beim Bemalenv on Porcellan unter der Glasur mit Uranoxydulhydrat oder Pechblendee rhalten wird, scheint dieses schwarze Uranoxydoxydul zu sein. Fe.
Uranoxydhydrat natürliches, syn. Uranocher,
U ra n oxy d S a 1 ze. Von den Oxyden des Urans sind Uran-°xydul und Uranoxyd bestimmte Basen; vielleicht bildet auch das grüneUranoxydoxydul eigenthümliche Salze.
Uranoxydulsalze.
Das Uranoxydul UO ist eine einsäurige Base; 1 At. derselbenv erbindet sich daher mit 1 At. einer einbasischen Säure.
Die Uranoxydulsalze bilden sich beim Lösen von Uranoxydul inc °ncentrirter Salzsäure oder Schwefelsäure, so wie beim Auflösen desUxydulhydrats in verdünnten wässerigen Säuren oder durch Reductionv °n Uranoxydsälzen (s. d. Art.). Die Salze sind grün oder griinweiss,ühd geben grüne wässerige Lösungen, aus welchen die reinen Alka-Uen rothbraunes gallertartiges Oxydulhydrat fällen; mit kohlensau-r e in Alkali geben sie unter Entwickelung von Kohlensäure grüneNiederschläge, welche in überschüssigem kohlensauren Alkali besonders