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Neunter Band.
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62 Urinfarbstoffe.

wäscht den Rückstand mit Wasser aus, hierauf mit Aether, der dasUrrhodin aufnimmt, und kocht den Rückstand mit Alkohol aus. Diealkoholische Lösung wird verdunstet, der Rückstand nach einander mitkaltem Aether, Alkohol und kochendem Wasser ausgezogen, und hier-auf noch einmal mit kochendem Alkohol behandelt. Aus dieser Lö-sung setzt sich beim freiwilligen Verdunsten das Uroglaucin als einblaues unter dem Mikroskop krystallinisches Pulver ab. Dasselbe istnach Heller luftbeständig, unlöslich in Wasser, kaltem Alkohol undAether; aus der kochenden alkoholischen Lösung fällt es beim Erkal-ten grösstentheils heraus.

Mit dem Uroglaucin Heller’s scheinen im Wesentlichen iden-tisch zu sein: das Urokyanin von A. Martin und das HarnblauVirchow’s.

Das Urokyanin wurde dargestellt, indem der Harn mit Salz-säure versetzt und so lange sich selbst überlassen wurde, bis er sichschwarzblau gefärbt hatte (was natürlich aber keineswegs jeder Harnthut), wo dann mit der ausgeschiedenen Harnsäure sich auch der Farb-stoff in Gestalt eines dunkelblauen Pulvers abgeschieden hatte. Hier-auf wurde abfiltrirt, mit Alkohol ausgekocht, das alkoholische Fil-trat eingedampft, der Rückstand mit kaltem Aether behandelt, das inAether Lösliche entfernt, und der Rückstand mit kaltem Alkohol aus-gezogen. Durch Kochen dieses Rückstandes erhielt A. Martin eineschön blaue Lösung, aus welcher sich nach längerer Zeit der Farb-stoff als blaues Pulver niederschlug.

So dargestellt ist das Urokyanin ein blauschwarzes auf der Bruch-fläche indigblaues feinkörniges Pulver, unter dem Mikroskop ohne kry-stallinisches Ansehen, von moschusartigem Geruch und stark blau ab-färbend. Unlöslich in Wasser, theilweise löslich in kaltem Alkoholund Aether. Mit kaltem Alkohol und Aether erschöpft, löst sich derFarbstoff in kochendem Alkohol mit reinblauer Farbe ohne Stich insRothe. Unlöslich in Alkalien, löslich in concentrirter Schwefelsäuremit grüner Farbe. Die Lösung mit Wasser verdünnt und längere Zeitan der Luft stehen gelassen, wird allmälig wieder blau. Beim Erhitzensublimirt es in dunkelrothen Dämpfen, stärker erhitzt wird es zersetzt.

Urinblau, Harnblau nach Vir chow. Diese Substanz beobach-tete Virchow in dem Harne kranker Individuen, der beim Stehen ander Luft kleine sich bläulich färbende Flöckchen ausschied, die endlichals feiper blauer Satz zu Boden fielen, oder die sich aus dem Harn beiBehandlung desselben mit Mineralsäuren ausschieden. Dieser Farbstoffstimmt im Allgemeinen mit dem Uroglaucin Heller’s überein, underschien unter dem Mikroskop in feinen strahligen meist sternförmiggruppirten Nadeln von schön indigblauer Farbe, die sich mikrochemischgegen die stärksten chemischen Agentien indifferent verhielten, sichaber in Alkohol zu einer intensiv blauen Flüssigkeit lösten. Auch inAether sind sie löslich und fallen aus diesen Lösungen als amorpheblaue Niederschläge heraus. Doch scheinen sie auch aus Lösungenwieder krystallisirt erhalten werden zu können.

Indigo. Von verschiedenen Seiten wurde das Auftreten von In-digo im Harn unter gewissen Umständen behauptet, so von Hill Has-sal, v. Sicherer und neuerdings von Schunck, Carter, Rottmannund Eade. Aus den betreffenden Mittheilungen ergiebt sich, dassHill Ilassal, v. Sicherer und Rottmann sicherlich denselben Färb-