96 Valeriansaure Salze.
Gewicht bei 18°C. (Kopp), 0,894 bei 13° C. (Otto); der Brechungs-exponent ist 1,3904 (Delffs); er ist wenig in Wasser, leicht in Wein-geist löslich; er siedet bei 133° C. (Otto. Ivopp. Berthelot); bei131° C. (Delffs). Durch concentrirtes Ammoniak wird der Aetherlangsam zersetzt unter Bildung von Valeramid.
V aleriansaur es Ammoniumoxyd: NI1 4 0 . CjoHgOä. DasAmmoniaksalz verliert in der Wärme sehr leicht Ammoniak. Sät-tigt man reines Valeriansäurehydrat trocken mit Ammoniakgas, so ge-steht die Masse zu feinen (ederartigenKrystallen (Crew 1 ), die gelindeerwärmt Ammoniak verlieren, dann schwach sauer reagiren, und nunbei 31°C. ohne Entwickelung von Ammoniak schmelzen, dabei weisseNebel verbreiten, die sich beim Hinzubringen von Ammoniakgas krystal-linisch verdichten.
Wird eine wässerige Lösung von Valeriansaure in Ammoniak ab-gedampft, so bleibt ein saurer Syrup, der beim Uebersättigen mit Am-moniak zu weissen strahlig vereinigten Nadeln erstarrt, die nach Va-leriansäure riechen, süsslich schmecken, leicht schmelzen, und bei höhererTemperatur sich verflüchtigen.
Das valeriansaure Ammoniak löst sich leicht in Wasser oder Wein-geist, mit wasserfreier Phosphorsäure oder Kalk erhitzt giebt es Va-leronitril (s. d. Art.). Dieses Salz bildet sich beim Faulen organischerKörper, es macht oft einen Bestandtheil der Käse aus (s. unter Va-leriansäure S. 86).
Valeriansaures Amyloxyd, Baldriansäureamyläther:CioHnO • Cjq O 3, Baldrian-Mylester. Dieser Aether bildet sich
immer auch bei der Darstellung der freien Valeriansaure aus Fuselölmit chromsaurem Kali und Schwefelsäure, und ist in der hier abge-schiedenen ölartigen Flüssigkeit enthalten. Zur Darstellung des Aetherssetzt man die erkaltete Mischung von 1 Thl. Amylalkohol mit 1 Thl.Schwefelsäurehydrat zu D/4 Thl. öliger Valeriansäure oder zu 1 ’/ 2 Thl.trockenem valeriansauren Natron; man erwärmt einige Minuten nurschwach im Wasserbade, versetzt dann mit Wasser, und reinigt das ab-geschiedene valeriansaure Amyloxyd durch Waschen mit kohlensauremNatron und dann mit Wasser, Trocknen über Chlorcalcium und Iiectifi-ciren. Das valeriansaure Amyl ist eine ölige Flüssigkeit von eigenthüm-lichem obstartigen Geruch von 0,8645 specif. Gewicht bei 17° C., oder0,8793 bei 0°C.; die Ausdehnung beträgt zwischen 8° und 175° C.:V— 1 + 0,0010317 £-|-0,000000083254 0000000076898 t 3 .
Der Aether siedet bei 187» bis 188°C. (Ivopp), 196»C.(Balard),das specif. Gewicht des Dampfes ist 6,1 gefunden. Eine Auflösungdieses Aethers in 6 bis 8 Thln. Weingeist (s. Aepfelöl 2. Aufl. Bd.LS. 172) zeigt auffallend den Geruch nach Aepfeln und wird daher zufflAromatisiren von Zucker u. dgl. gebraucht; es ist wesentlich, dass derhierzu verwendete Aether rein ist namentlich frei von freier Valerian-säure.
Valeriansaurer Baryt: BaO. C 10 H 9 O 3 -J- 2 HO. Dieses Salzwird durch Sättigen von Barytwasser mit Valeriansäure und freiwilligesVerdunsten in durchsichtigen glänzenden leicht zerreiblichen Krystallenerhalten; sie knirschen zwischen den Zähnen, haben einen warmensüsslichen und baldrianartigen Geschmack; sie lösen sich bei 15° 0-
*) Chem. News. T. II, P- 316.