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Neunter Band.
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107
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Valeronyl. — Valeryl. 107

Leblanc 1 ) (1847) aus dem Valeramid dargestellt; von Schlieper 2 )und von Gnckelberger 3 ) bei der Destillation von Tischlerleim oderCasein mit Chromsäure erhalten. Man stellt das Valeronitril dar, wennman valeriansaures Ammoniak oder Valeramid mit Phosphorsäureanhydridbehandelt, oder die Dämpfe dieser Körper über glühenden Kalk leitet(Dumas und Hofmann).

Wird das neutrale Oel, welches bei der Destillation von Leim odervon Casein (s. 2. Aufl. Bd. II, 2, S. 170) mit chromsaurem Kali undSchwefelsäure erhalten ist, für sich rectificirt, und das zwischen 110°und 140° C. übergehende Oel wiederholt fractionirt, so geht zwischen124° und 127° C. reines Valeronitril über.

Dieser Körper ist eine dünnflüssige farblose das Licht stark bre-chende Flüssigkeit von 0,81 specif. Gewicht bei 15° C., von bitterman-delölartigem Geruch und gewürzhaftem brennenden Geschmack, die aufPapier einen verschwindenden Fettfleck macht. Das Valeronitril löstsich in etwa 4 Vol. Wasser, mischt sich in jedem Verhältuiss mitWeingeist und Aether. Es siedet bei 125°C., das specifische Gewichtdes Dampfes ist = 2,89. Es brennt an der Luft mit leuchtenderFlamme. Beim Mischen mit concentrirten Säuren sowie beim Erhitzenmit verdünnten Säuren zerfällt das Valeronitril in Ammoniak und Va-leriansäure; in analoger Weise wird es durch wässrige Alkalien zer-setzt. Mit Kalium erhitzt bildet sich Cyankalium, Wasserstoff undKohlenwasserstoffgas (Butylen). In alkoholischer Lösung mit Zink undSalzsäure behandelt giebt es Amylamin (Mendius). Chlor und Bromzersetzen es im Sonnenlicht unter Bildung von Chlor- oder Bromwasser -stoff neben anderen nicht weiter untersuchten Producten. Fe.

Valeronyl nennt Löwig 4 ) den Kohlenwasserstoff C 8 H 9 ; dasValeron ist dann als Valeronyloxyd, C 8 H 9 O, bezeichnet.

Valeronyloxyd, syn. Valeron.

Valerosinsäure s. unter Valerisinsäure S. 103.Valeroxyl, syn. Valeryl.

V aleroy 1 ist der Kohlenwasserstoff C 10 H 9 genannt, demnach istValeren oder Amylen ValeroylWasserstoff C| 0 H 9 .H; das Valerolkann als Valeroyloxydhydrat, Ci 0 II 9 . O. HO, angesehen werden,das Valeron als Valeroyl-Butyloxyd, C 10 B 9 O.C 8 I1 9 0, das ValerolMs Valeroyl-Formyloxyd, C 10 H 9 O.C 2 II 3 O.

Valeroyl-Butyloxyd, syn. Valeron.

V ale rureid, Valerylharnstoff. Der Harnstoff, in welchemt Aeq. Wasserstoff durch Valeryl vertreten ist = C 12 H l 2 N 2 04 oderC 2 H 3 (C 10 H 9 0 2 ) N 2 0 2 , bildet sich bei Einwirkung von Chlorvalerylä uf Harnstoff (Zinin 6 ), Moldenhauer 6 ).

Valeryl, Valeroxyl von Kolbe. Das sauerstoffhaltende dem^-cetoxyl homologe Radical der Valeriansäure: C 10 IIgO 2 - , danach sind

l) Compt. rend. T. XXV, p. 658. — ä ) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. LIX,15. _ 8) Ebendas. Bd. LXIV, S. 72. — 4) Chem. d. organ. Verbind. 1846,

II, S. 255. — 6 ) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. XC1I, S. 406. — 6 ) Ebend.ßi - XCIV, S. 102.