120 Yanadoxyde.
wie die Alkalien wirken nicht oxydirend. Es giebt drei Yanadoxyde;ein indifferentes Va na doxy dul TO, ein basisches Vanadoxyd V O-iiund ein saures Oxyd die Vanadsäure V0 3 ; ausserdem existiren nochverschiedene Verbindungen von Vanadoxyd mit Vanadsäure, und viel-leicht eine Ueber vanadsäure.
Vanadoxydul.
Vanadsuboxyd, VO. Dieses Oxydul entsteht beim Glühenvon Vanadsäure im Kohlentiegel oder in Wasserstoffgas. Im erstenFalle wird es als schwarze zusammenhängende leicht zerreibliche Masseerhalten; das durch Reduction von Vanadsäure in Wasserstoff erhalteneVanadoxydul hat noch die krystallinische Beschaffenheit der Vanad-säure, ist schwarz, fast metallglänzend (nach Schafarik eine porösegrauschwarze Masse); es ist unschmelzbar.
Das Vanadoxydul wird durch Druck zu einer zusammenhängendenMasse, welche die Elektricität leitet. Es oxydirt sich schon bei ge-wöhnlicher Temperatur an der Luft, um so leichter je lockerer es ist,an der Luft erhitzt verbrennt es zu Oxyd; Salpetersäure löst es leicht,die anderen Säuren lösen es selbst nicht beim Kochen. In Chlorgasgeglüht verwandelt es sich in Vanadchlorid und Vanadsäure. UnterEinfluss von Alkalien oxydirt es sich an der Luft, und löst sich in demMaasse wie die Oxydation vorschreitet. Wasserstoffgas reducirt da3Oxydul erst bei sehr heftiger Glühhitze zu Metall.
Das Vanadoxydul verbindet sich nach Berzelius weder mit Säu-ren noch mit Basen; nach Schafarik verbindet es sich als Base mitSäuren, und bildet rothe wasserfreie oder dunkelgrüne wasserhaltendeSalze. Beim Glühen von Vanadoxyd oder Vanadsäure in einem Glas-rohr in einem Wasserstoffstrom färbt sich das Glas roth in Folge derBildung von Vanadoxydulsilicat.
Vanadoxyd.
Vanadige oder vanadinichte Säure. Formel: V0 2 . Diesesmittlere Oxyd bildet sich sowohl durch Oxydation des Oxyduls, wie durchtheilweise Reduction der Vanadinsäure. Zur Darstellung des Vanad-oxyds erhitzt man gleiche Atome Vanadoxydul und Vanadsäure (19Thle. des ersteren auf 23 Thle. der letzteren) in einer Atmosphäre vonKohlensäure bis zum Glühen. Oder man glüht das Hydrat des Oxydsim luftleeren Raume. Beim Glühen von vanadsaurem Ammoniak ineiner Retorte bleibt Vanadoxyd, das aber meistens entweder Oxyduloder Vanadsäure beigemengt enthält.
Das Vanadoxyd ist ein schwarzes erdiges Pulver, es ist nichtschmelzbar. Es löst sich in Säuren um so langsamer je stärker es ge-glüht war; es bilden sich hier die Vanadoxydsalze (s.unten), in welchen esals Base enthalten ist. Das Vanadoxyd löst sich auch in den wässeri-gen Alkalien und verhält sich diesen stärkeren Basen gegenüber alsschwache Säure, daher es hier als vanadige Säure bezeichnet wird,die Verbindungen sind dann die vanadigsaure n Salze (s. S. 117)-
Zur Darstellung von Vanadoxydhydrat wird die Lösung einesVanadoxydsalzes, nachdem zuerst mit Weingeist oder Zucker oder durchEinleiten von Schwefelwasserstoff alle Vanadsäure reducirt ist, mit koh-lensaurem Kali oder Natron gefällt, bis die Lösung farblos ist; manfiltrirt unter Abschluss der Luft und trocknet bei abgehaltener Luft-