268 Verzinnen.
Ketten, Schnallen, Pferdegebisse, Haken n. s. w., welche zuihrer Vollendung nach dem Schmieden gefeilt worden sind, tauchtman in Chlorzinklösung, trockuet diese in der Wärme auf und tauchtdie Gegenstände noch heiss in unter einer Talgdecke geschmolzene 3Zinn. Durch Abschwenken und rasches Abkühlen, durch Bewegen ioder Luft oder Eintauchen der dickeren Stücke in Wasser erhält maneinen genügend dicken Zinnüberzug. Waren die Gegenstände stärketoxydirt, so müssen sie vorher abgebeizt werden. Oft ist es am be'quemsten, mehrere auf einen Draht gereiht einzutauchen. Ist der Talgschwarz geworden und läuft das Zinn beim zur Seiteschieben des Tal*ges röthlich blau an, so muss man etwas Salmiak auf dasselbe streuen:ehe man fortfährt.
Sehr kleine meist aus blankem Eisendraht gefertigte Waaren, Hakenund Oesen, Ringe, Kettchen, Nagel u. s. w. verzinnt man entweder,indem man sie in eine Pfanne wirft, in der eine mehrere Zoll hoheSchicht Talg über dem geschmolzenen Zinn steht, dann in dem Zinnbis zu genügender Verzinnung verweilen lässt und mit einer Gabelherausnimmt, gegen diese aber, während man sie über ein Gefäss mitWasser hält, in der Weise einen Stoss führt, dass die Gegenständeeinzeln in das Wasser fallen. Sie würden sonst durch das Zinn zu-saminengelöthet. Noch anhängenden Talg beseitigt man durch Schüt-teln mit warmer Kleie oder Sägespäneu; ganz kleine Gegenstände bringtman auch häufig nach dem Reinigen und Abtrocknen in eine eisernehorizontal liegende Trommel, welche über Kohlenfeuer in Rotationversetzt werden kann, und erhitzt die Gegenstände darin gleichmässigbis über den Schmelzpunkt des Zinnes, setzt dann Zinn und gepul-verten Salmiak zu und dreht die Trommel bis gleichmässige Verzin-nung erfolgt ist. Hat man nicht zuviel Zinn genommen, so ist esleicht, die Gegenstände so in ein tieferes Wassergefäss zu schütten,dass sie nicht aneinander haften.
Das Weissblech, auf beidenSeiten mit einem glänzenden Ueber-zug von Zinn versehenes dünnes Eisenblech, wird in der Regel nur inder Grösse von circa 1 Quadratfuss Oberfläche angefertigt, 13 Zottengl, lang, 10 Zoll breit, auch lG 1 /^ Zoll lang und 12 1 / 2 Zoll breh 1Die Beseitigung des Glühspans geschieht entweder, indem man di eBleche in eine Flüssigkeit taucht, die man durch Gährung von Roggen*schrot oder von Kleie mit Sauerteig angestellt bereitet hat, welcheman bisweilen durch Zusatz von Salzsäure oder Schwefelsäure ver-schärft, und Reiben mit Sand, oder iudem man die Bleche in ver-dünnte Salzsäure oder Schwefelsäure taucht und ebenfalls mit Sand scheuerbab wascht und in mit etwas Soda versetztes Wasser stellt bis zum Gebrauch-Meistens bringt man die Bleche nacheinander in verschiedene Tonnenmit Beizwasser. Thomas und Delisle 1 ) behaupten, dass die Gegen'wart von Zucker, Gummi, Pflanzenextract bewirken, dass nur Oxy“gelöst, aber das Eisen von der Säure nicht angegriffen werde. 'dersdorff 2 ) giebt an, dass Zusatz von etwas Theer zur Säure dasselb ebewirke. Morewood 3 ) empfiehlt der Salzsäure, welche man zum Beizenanwendet, Zinnchlorür zuzusetzen, Sorel 4 ) verdüunte Schwefelsäure
!) Dingt, polyt. Journ. Bd. CXI, S. 271. — 2) Dingt, polyt. Journ. Bd. CXI|>S. 460. — 3) Dingt, polyt. Journ. Bd. XCI, S. 304. — 4 ) Dingt, polyt. J° ur “'Bd. CXII, S. 121.