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Zucker. 1095

beim Erhitzen damit zersetzt. Kalte Kalilauge verändert den Knall-Ducker nicht; beim Erhitzen löst er sich mit braunrother Farbe. DieLösung in Aether-Alkohol giebt mit wässerigem doppelt-schwefligsaurenAlkali mehrere Standen gekocht durch vollständige Zerlegung des Knall-Dückers Kohlensäure Wasser und salpetrige Säure, wahrscheinlich auch■Ammoniak.

Invertzucker.

Modificirter oder umgewandelter Rohrzucker, Sucre in-terverti. Formel; C 12 H 12 0 42 oder C 24 H 24 0 24 . So nannte Dubrunfaut

durch Einwirkung von Säuren oder Hefe auf Rohrzucker entste-henden Zucker, weil dabei das Rotationsvermögen des Zuckers vonRechts in Links übergeht. Dass der Rohrzucker bei Einwirkung ver-dünnter Sä uren eine Umänderung erleidet, hatte schon Kirchhoff be-merkt und nach ihm Andere; man nahm an, der Rohrzucker gehe hier-bei in Traubenzucker oder Schleimzucker über; Biot machte zuersta üt das Rotationsvermögen aufmerksam, dass der Körper linkspolari-® lr e, obgleich er auch die nach Rechts drehende Glucose enthalte. Sou-üeiran betrachtete diesen hier entstehenden Zucker als einen eigenthüm-ichen Körper, der sich zersetzen könne in rechtspolarisirenden Trau-benzucker und linkspolarisirenden Fruchtzucker. Nach Dubrunfaut 1 )l8 * dieser Zucker ein Gemenge gleicher Atome rechtsdrehender Glu-kose und linksdrehender Levulose (s. d. Art. Traubenzucker Bd. VIII,995 und Levulose a. a. O S. 1016). Bei der Umwandlung einerLösung von Rohrzucker in Invertzucker findet in dem Maasse als dieUmwandlung des Rohrzuckers erfolgt eine Zunahme des specifischenGewichtes statt (Graham). Der Invertzucker entsteht bei Behandlungv °n Rohrzucker mit verdünnten Mineralsäuren, weniger leicht bei Ein-wirkung von Weinsäure, Citronsäure und anderen organischen Säuren( s> S. 1073 u. 1086). Er bildet sich ferner bei der ersten Einwirkungv ° n Hefe selbst oder von dem wässerigen Auszug von Bierhefe auf Rohr-Djmker in neutraler oder schwach saurer Lösung, ohne dass hierbei sichKohlensäure und Alkohol bilden; nach Pasteur durch Einwirkung der)* äui 'e, nach Berthelot durch Einwirkung der Hefe oder eines Theilsei 'selben welche er als Glucose-Ferment bezeichnet (vergl. S. 1086).■Koch beim Schimmeln einer Zuckerlösung bildet sich solcher umgewan-üelt er Zucker.

In manchen Früchten finden sich Glucose und Levulose in dem-?e Len Verhältniss wie sie in dem umgewandelten Zucker enthalten sind.

Der Invertzucker ist syrupartig, und hat alle Eigenschaften eineseinenges gleicher Atome Glucose und Levulose; sein Dreliungsver-^ögen i s t (fi ir C 12 H 12 0 12 ) bei 14« C.= — 26,652; das Rotations-ei 'mögen wird bei 52° C. = — 13,32 und bei 90° C. = 0°.

St i, "^ lls ^ crn concentrirten Syrup des Invertzuckers scheidet sich beimßhen rechtsdrehende Glucose ab. Beim Behandeln mit Kalk unda sser trennt sich der Invertzucker, indem sich eine lösliche Verbin-ung der Glucose und eine unlösliche der Levulose mit Kalk bildetUer SL unter Levulose Bd. VIII, S. 1017).

. Der Invertzucker wird durch verdünnte Alkalien zersetzt, er redu-die alkalische Kupferoxydlösung, so wie die ammoniakalische Silber-

Compt. rend. T. XL1I, p. 901; Journ. f. prakt. Chem. Bd. L1X, S. 438.