Band 
Neunter Band.
Seite
1139
JPEG-Download
 

1138

Zuckerfabrikation.

sen Einfluss, so ist es doch ausserdem durch die Erfahrung erwiesen,dass sich bei der weiteren Behandlung der Säfte und Syrupewieder neue Farbstoffmengen entwickeln und zwar gerade solche, ( h esich schwer durch Filtration entfernen lassen. So z. B. gehören <E ebraunen Producte, welche sich durch Einwirkung von Kalk und Alk®’lien auf den veränderten Zucker (Traubenzucker, Schleimzucker u. s. wvbeim Erhitzen und beim längeren Stehen in der Wärme erzeugen, z ®denjenigen, welche nur mit ausserordentlich grossen Kohlenmengen a®*den Säften entfernt werden können. Endlich bemerkt man namentlff®bei der Darstellung der Deckklärsel, dass die geringen Farbstoffmengß®’welche in dem anscheinend weissen Zucker zuletzt Zurückbleiben unbei der Darstellung heisser concentrirter Lösungen erkennbar werde®’sehr schwierig und nur durch sehr starke Filtration gänzlich zu bese 1 'tigen sind.

Es verdient ausserdem hervorgehoben zu werden, dass sich ne®'trale Säfte vollständiger entfärben lassen als stark alkalische und d® sSein wesentlicher Vorzug der Saturation eben der ist, dass die mehr e®*'kalkten Säfte auch farbloser aus dem Filter kommen.

Zur Bestimmung des Grades der Entfärbung durch die Filtrati 0 ®ist das Chromoskop (vergl. d. Art. 2. Aufl. Bd. II, 2, S. 1218) ®°®'struirt 1 ), mit dessen Hülfe man die Farbe der Säfte in Form vonsoluten Zahlen ausdrücken und somit untereinander vergleichen kan® 1

In Bezug auf die Aufnahme von Salzen durch die Knochenkol®wird noch jetzt die Ansicht von Einigen ausgesprochen, dass eine solch®nicht oder doch nur in sehr untergeordnetem Maasse stattfinde 2 ). E 8 ”gegen ist es durch die neueren sorgfältigen Untersuchungen Sta® 5 * *mer’s 3 ), so wie durch Versuche Walkhoff’s 4 ) aufs Bestimmteste d» rgethan, und wird auch durch die Erfahrungen der Fabrikation allgfmein bestätigt, dass eine namhafte Absorption von Salzen durch d >eKnochenkohle stattfindet. ,

Die Entsalzung der Säfte der Zuckerfabriken (welchedurch die Zusammensetzung der Süsswasser bestätigt wird) du®die Knochenkohle ist von der grössten Wichtigkeit für die *-*winnung des Zuckers. Bekanntlich bleibt ein Theil desselben i® ^Melasse ungewinnbar und zwar in Folge der darin verbleibendenKrystallisation verhindernden Salze. Je mehr von diesen also irob®der Fabrikation weggeschafft werden kann, desto höher wird die Abeute an krystallisirbarem Zucker, und bei der Beurtheilung aller ne®dings vorgeschlagenen Verfahrungsweisen, welche auf eine Verrni®rung der anzuwendenden Kohlenmenge abzielen, hat man diesen I’® 0wohl zu berücksichtigen, was, da die Wichtigkeit der Entsalz®noch nicht ganz allgemein anerkannt wird, nicht immer gehöri SAschieht. So lange ein die Salze aus den Säften entfernendes Er 3 ® ^mittel für die Knochenkohle nicht geboten wird, muss demnach

1) Stammer u. Greiner, Dingler’s polyt. Jonrn. Bd. CLIX, S. 341! ,ggl,ner 1 , Jahresber. 1861, S. 417; Zeitschr. d. Vereins f. Rilbenzuekerindustrie ^

S. 41; Scheibler u. Stammer, Jahresber. für die Zuekerfabrikation Bd. jg69i

S. 223. Vergl. Chromoskop. — Weiler, Zeitschr. f. Rübenzuckerindustrie

S. 113; Schwarz im Polyt. Journ. Bd. CLIX, S. 316.— 3 ) Polyt. Journ. ’ j>,[, I

S. 378; Wagner, Jahresber. 1861, S. 386; Jahresber. f. Zuekerfabrikation ggj,

u. II, S. 367. — 4 ) Polyt. Journ. Bd. CLXI, S. 380; Wagner, Jahresber-

S. 387, Jahresber. f. Zuekerfabrikation Bd. I, u, II, S. 378.