Zuckerfabrikation.
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verarbeiten, welche nach Ansehen, Farbe und Krystallisationskrafteinander am nächsten stehen.
Untersuchung der Rohzucker 1 ). Man begnügte sich früherbeim Ankauf der Rohzucker zum Zwecke der Raffinerie mit der Beur-teilung nach Ansehen, Schärfe der Krystalle, Farbe und anscheinen-der Feuchtigkeit. Jetzt wird meistens eine genauere Untersuchung vor-genommen 2 ). Man befolgt dabei, ebenso wie bei der Untersuchung allerArten Syrup und Melasse im Allgemeinen dreierlei Methoden. Diegenaueste aber umständlichere Methode besteht in der directen Bestim-mung des Wassers, des absoluten Zuckergehaltes 3 ) und der Aschenbe-ätandtheile, woraus sich dann der Gehalt an organischem Nichtzuckerdurch Differenz ergiebt. Die weniger genaue aber weit rascher auszu-führende zweite Methode begreift nur eine Bestimmung des relativenZuckergehaltes oder des scheinbaren Zuckerquotienten, wozu biswei-fen noch eine Feuchtigkeitsbestimmung hinzukommt. Die dritte Me-thode endlich begreift nur die Bestimmung des absoluten Zuckerge-haltes. Verfährt man nach der ersten -Methode, so hat man einenTrockenversuch zu machen, was bei Syrupen eine sehr langwierigeArbeit ist. Man bedient sich dazu mit Vortheil des von Stammerbeschriebenen Tropfensaugers und eines damit verbundenen für Benut-zung grösserer flacher Schalen sich eignenden Trockenapparates 4 ). Dannfolgt eine Bestimmung des wirklichen absoluten Zuckergehaltes durchPolarisation einer in bestimmtem Verhältniss hergestellten Lösung derProbe (s. Saccharimetrie Bd. VII, S. 7), und endlich eine Aschen-bestimmung. Diese geschah wegen der langsamen Verbrennung derZuckerkohle bisher allgemein durch Extrahiren der beim Verbrennene athaltenen Kohle mit Wasser, Einäscherung der ausgelaugten Kohle1l - s. w. Rascher erfolgt die Einäscherung in der Muffel unter Zusatzv °n etwas Schwefelsäure (Scheibler 5 ). Da die Salze derjenige Theilües Nichtzuckers sind, welcher am schädlichsten auf die Auslieferung'virkt, und sich in dieser Beziehung sehr wesentlich von dem vorhan-denen Wasser unterscheidet, so findet man auf diesem Wege alle Facto-re n, welche zur genaueren Werthbestimmung des Zuckers führen.
Die dritte Methode dagegen, welche nur in der Polarisation einer’n bestimmtem Verhältnisse bereiteten Lösung von Rohzucker oder^yrup in Wasser besteht, liefert zwar als Ergebniss die wirklich vor-handene Zuckermenge und somit den absoluten Werth des Roh-'O'ckers oder Syrups, gestattet aber durchaus keinen Schluss auf die"Möglichkeit der Ausbringung dieses Zuckergehaltes, da sie unter demhehlenden den gesammten Nichtzucker und das Wasser ohne Unter-s ohied zusammengefasst lässt.
Die zweite Methode, die Bestimmung des scheinbaren Zucker-Tiotienten ergebend, ist diejenige welche am schnellsten einen Begriff
p, * *) Rohzucker kaufen nicht allein die Fabriken welche raffiniren, sondern auchaber]Zuckerfabriken, welche denselben in die Rohsäfte einwerfen und diese dadurch■ ^hossern (s. Saftmelisfabrikation S. 1165). — 2 ) Peligot fand bei Untersuchungeiner grossen Zahl von Rübenrohzucker in 100 Thln. 92 bis 95 Zucker, 1 bisAsche, l Thl. fremde Bestandtheile und 2 bis 5 Thle. Wasser. (Compt. rend.XXXXJ, p. 421; Pharm. Centralbl. 1851, S. 312; Dingi. polyt. Journ. Bd. CXX,
• 3lo.) — S) Ueber die verschiedenen Methoden der Zuckerbestimmung s. vd,s rt - Saccharimetrie Bd. VII, S. 3. — 4 ) Dingler’s polyt. Journ. Bd. CIA8. — 5) Zeitschr. d. Ver. f. Kübenzuckerindustrie 1864, S- 188.
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